Kaltwasseranwendungen sind eine uralte Tradition in den skandinavischen Ländern. Nach dem Saunagang tauchen die Menschen in Seen und Flüsse ein oder wälzen im Schnee, um sich abzukühlen. Mittlerweile findet der Kältekick auch bei uns viele Anhänger. In der Vergangenheit war bei uns nur die kalte Dusche und das Tauchbecken bekannt. Mittlerweile werden von den Anbietern im Markt viele Möglichkeiten zur Abkühlung angeboten, die nicht nur den gewünschten Abkühleffekt bieten, sondern auch hohen Ansprüchen genügen, was die Gestaltung und das Design betrifft.
Ein Klassiker unter den Heiß-/Kaltanwendungen ist die Kneipp-Therapie, ein nach dem deutschen Pfarrer Sebastian Kneipp benanntes Behandlungsverfahren, das er im 19. Jahrhundert entwickelt hat und Wasseranwendungen, Pflanzenwirkstoffe sowie Bewegungs- und Ernährungsempfehlungen umfasst. Zentrales Element sind Hydrotherapien mit kaltem und heißem Wasser. Die Kneipp-Therapie beruht auf dem Wirkprinzip einer Reizreaktion, das heißt durch Kälte- und Wärmereize werden Herz-/Kreislaufsystem und Immunsystem des Körpers aktiviert und gestärkt.
In den Sauna- und Spa-Anlagen sind Kaltwasseranwendungen nach dem Saunagang obligatorisch. Dazu gehören vor allem auch Kaltduschen. Ein Beispiel ist CRYO-FALL von WDT Werner Dosiertechnik – ein Duschsystem zur ultimativen Abkühlung. Die Schwalldusche erzeugt einen belebenden Massageeffekt durch einen kräftigen Wasserstrahl, der wie ein Wasserfall auf den Körper herabfällt. Der Anwender fühlt sich dabei, als würde er in einem kalten Becken kurz untertauchen. Diese Art von Abkühlung fördert die Durchblutung und vermittelt ein Gefühl von Vitalität und Frische.
Das System besteht aus einem 100 Liter Wassertank und einem Steuerpaneel. Der Wassertank wird revisionsfähig in einer abgehängten Decke eingebaut. Nach dem Einschalten wird der Tank zunächst aus hygienischen Gründen mit Wasser gespült. Dann wird er automatisch mit kaltem Leitungswasser befüllt und ist betriebsbereit. Nach Druck eines Tasters öffnet sich ein pneumatischer Schieber, und das kalte Wasser aus dem Tank prasselt durch eine große Austrittsöffnung mit großer Wucht auf den Duschenden nieder. Bei Abschaltung des Systems entleert sich der Vorratstank komplett, sodass stehendes Wasser im Tank vermieden wird.
Ein beliebtes Gadget in Wellnessanlagen sind auch Eisbrunnen und Eiskabinen. Sie sind sozusagen die Lightversion gegenüber dem Kälteschock eines Tauchbeckens und dem Aufenthalt in einer Eiskammer. Aber auch der Eisbrunnen bringt den Körper wieder auf Trab. Oft ist er Teil einer kompletten Eisgrotte mit diversen Einrichtungen, die nach einem Saunadurchgang für Erfrischung sorgen. Eisduschen, kalte Regengüsse, kalte Nebelschwaden und eben das Abreiben mit Crash-Eis aus dem Eisbrunnen vertreiben die Müdigkeit und machen das Badeerlebnis vollkommen. Kurz unter den Gefrierpunkt liegt die Temperatur des Crash-Eises, das von oben in das Auffangbecken rieselt. Es ist damit sehr weich und ideal, um die Haut damit einzureiben. Sensoren überwachen die Füllhöhe im Becken und stoppen die Produktion automatisch, wenn genügend Eis vorhanden ist.
In der Regel stehen sie an der Wand oder als dekoratives Brunnenelement mitten im Raum. Gestalterisch können die Eisbrunnen praktisch in jede Wellnessanlage bzw. deren Gestaltung angepasst werden. Ob kühle Edelstahloptik, rustikaler Bruchstein oder farbige keramische Verkleidung: Die Brunnen können ganz individuell platziert und verkleidet werden. Da sie auf den vorhandenen Fliesenbelag aufgesetzt werden, sind sie auch zum nachträglichen Einbau geeignet. Die Kälte spendenden Brunnen werden heute meist als Fertigelemente geliefert, angeschlossen und dekorativ ihrer Umgebung angepasst. In den kompakten Modulen sind dabei die wichtigen Komponenten enthalten: Eisbereiter, Auffangbecken und Steuerungstechnik. Der Brunnen wird lediglich an gewünschter Stelle installiert.
Wie Abkühlung und modernes Design zu einem emotionalen Erlebnis kombiniert werden können, zeigt KLAFS mit der ICE LOUNGE. Der Raum in unverwechselbarer Eisoptik wird mit 14 bis 16° Celsius kalter Luft versorgt, die über eine Dosieranlage mit erfrischenden Düften angereichert werden kann. Durch eine schnelle und unkomplizierte Montage ist die ICE LOUNGE ein ideales Nachrüstprodukt für den Umbau oder die Erweiterung einer vorhandenen Spa-Anlage.
Auch Kaltwasserwannen liegen zunehmend im Trend und bieten den ultimativen Frischekick für jeden Badegast. Bereits die Griechen und Römer glaubten, dass abwechselnde Kalt- und Warmbäder die körperliche Erholung fördern. Auch im Buddhismus spielt Thermalquellenkultur und Kaltwassertherapie eine Rolle: Mönche tauchten während der Wintermonate in kaltes Wasser, um ihre Willenskraft zu stärken und ihren Geist zu reinigen.
Moderne Kaltwasserwannen sind heute mit einem effizienten Kühlsystem ausgestattet, um das Wasser dauerhaft auf der gewünschten, niedrigen Temperatur zu halten. Außerdemverfügen sie über eine Aufbereitungstechnik, um den Badegästen stets ein frisches, hygienisch einwandfreies Wasser zu garantieren. Ein Beispiel ist POLAR-TUB von WDT Werner Dosiertechnik. Das Wasser in der Wanne wird auf 5° Celsius gehalten. Das System besteht aus einer Wanne der Firma Unbescheiden, einer WDT Mess-, Regel- und Dosiertechnik sowie einem Aggregat zur Kühlung des Wassers. Alle Komponenten sind gut zugänglich unter bzw. neben der Wanne verbaut. Eine hygienisch einwandfreie Wasserqualität ist durch automatischen Wasseraustausch, Filtration und Chlordosierung gegeben.
Ein paar Worte noch zu den Wannen an sich: Es gibt sie natürlich aus verschiedenen Materialien. Am häufigsten findet man Wannen aus Sanitäracryl. Sie bieten eine stilvolle Ästhetik, sind optisch gut in Räume zu integrieren und können in ganz unterschiedlichen Größen und Formen gebaut werden. Acryl bietet generell einen großen Vorteil, was die Hygiene betrifft. Die Oberflächen sind leicht zu reinigen und verbleichen nicht. Außerdem bieten sie eine gute Wärmedämmung.
Darüber hinaus findet man aber auch Kaltwasserwannen aus Edelstahl. Sie punkten mit einem eleganten, modernen Aussehen, sind leicht zu reinigen und zu pflegen. Metall weist bekanntlich eine hohe Kälte- und Wärmeleitfähigkeit auf. Edelstahl fühlt sich immer kühl an, was das Kältegefühl noch verstärkt. Sie findet man vor allem in gewerblichen Umgebungen.
Als Kaltbadewannen können auch Wannen aus Kunststoff (PVC, PVE und Glasfaserkunststoff) verwendet werden. Sie sind eine günstigere Alternative, sind leicht, einfach zu transportieren und zu installieren. Die Kunststoffe sind außerdem beständig gegen chemische Beanspruchungen. Das Material fühlt sich angenehm und hautsympathisch an.
Des Weiteren sind Kaltwasserwannen aus Kupfer zu nennen. Sie bieten metallischen Glanz und ein luxuriöses Erscheinungsbild. Kupfer verfügt über natürliche antibakterielle Eigenschaften. Mit der Zeit bildet sich auf der Oberfläche eine Oxidschicht, die aber die Optik nicht beeinträchtigt. Kupfer ist allerdings deutlich teurer als die anderen Materialien.
Und last but not least ist Holz zu nennen. Als Holzarten kommen Zeder, Hemlock, Kiefer oder wärmebehandeltes Holz zur Anwendung. Holz besticht durch seine natürliche Schönheit und hohe Dämmeigenschaften. Es erfordert allerdings mehr Pflege als andere Wannen. Und Temperatur- und Feuchtigkeitsschwankungen können zu Verformungen und im weiteren Verlauf zu Schäden führen.