Wie groß sollte eigentlich ein Technikraum sein? Und was kommt da alles hinein? Dazu einige Planungstipps.

Viel Platz für die Pooltechnik

Bei der Planung eines Technikraums ergeben sich sofort einige Fragen: beispielsweise nach der Lage. Wo soll er platziert werden? Einfache Antwort: So nah wie möglich am Becken. Denn je weiter der Raum und die Wasseraufbereitung entfernt sind, umso größer sind die Rohrleitungswege, verbunden mit eine Reihe von möglichen Problemen wie zum Beispiel höhere Widerstände, Pumpenleistungen etc. Bei einem Freibad ist zu beachten, dass, wenn die Technik nicht im Wohnhaus untergebracht werden soll oder kann, diese in einem geschlossenen Raum und vor allem trocken sowie frostsicher installiert ist. Dafür bietet sich ein kleiner Technikraum unmittelbar am Becken oder ein Gartenhäuschen an.

Prinzipiell gilt: Die Wasseraufbereitung ist in einem Raum unterzubringen, der gut zugänglich, frostfrei und trocken ist, über eine entsprechende Größe und Stellfläche sowie ausreichende Raumhöhe für die ungehinderte Montage der Schwimmbadtechnik verfügt. In unmittelbarer Nähe sollten sich keine Wohnräume befinden, da die Pumpgeräusche trotz Schalldämmmaßnahmen im angrenzenden Wohnbereich zu hören wären.

Noch all zu oft wird die Schwimmbadtechnik in engen, schwer zugänglichen, ungelüfteten und schlecht entwässerten Ecken untergebracht. Probleme bei Wartungs- und Servicearbeiten sind dann vorprogrammiert. Im hochwertigen privaten Schwimmhallenbau befindet sich unter der Schwimmhallenebene noch einmal ein komplettes Untergeschoss, in dem das Becken aufgeständert steht und bis auf die nächst höhere Ebene, der Schwimmhallenebene ragt. Egal ob Schwimmhallenanbau oder integriert ins Wohnhaus: Diese Geschossebene sollte bei der Planung berücksichtigt werden. Der Raum vor oder neben dem Becken steht dann für die Installation der Wasseraufbereitungstechnik zur Verfügung. Im Technikraum sollte der Austausch von Geräten immer einwandfrei möglich sein. Dazu sollte ein umlaufender Technikgang von mindestens 1 m bis 1,50 m Breite im Untergeschoss rings ums Becken vorgesehen werden, um die Servicearbeiten sicher und ohne Probleme ausführen zu können. Die Planer sollten also Sorge tragen, dass auch diese Geschossebene ausreichend groß dimensioniert ist, genauso wie die Schwimmhalle auch, die auch nicht nur aus dem Pool besteht, sondern einen Umgang ums Becken hat und oft eine Liegefläche zum Entspannen und Ausruhen nach dem Baden, um sich hier wirklich wohlfühlen zu können.

Ausreichende Beleuchtung und Belüftung sollten für den Technikraum ebenfalls selbstverständlich sein. Ein kleines Handwaschbecken zum Ausspülen der Messgeräte ist ebenfalls sinnvoll. Wenn der Schwallwasserbehälter als Fertigtank im Technikraum untergebracht werden soll, muss die Oberkante des Behälters mindestens 2 m unter der Oberkante des Wasserspiegels liegen. Der Fußboden sollte ein Gefälle zum Bodenablauf bzw. Pumpensumpf haben. Er sollte außerdem statisch so ausgelegt sein, dass er das Betriebsgewicht der Schwimmbadwasseraufbereitung tragen kann. Die Raumhöhe sollte mindestens 600 mm höher sein als die Oberkante der Einfüllöffnung im Filter.

Welche Ausstattung sollte der Technikraum haben? Zum einen muss er über einen Fußbodenablauf zur Entwässerung verfügen. Sollte dies nicht der Fall sein, ist zur Raumentwässerung eine Schmutzwasserpumpe in einem Schacht erforderlich. Gleichzeitig ist darauf zu achten, dass das Wasser von der Filterspülung in den Schmutzwasserkanal abgeleitet werden kann.

 


Des Weiteren ist ein Wasseranschluss zur Nachfüllung des Beckenwassers vorzusehen. Dazu kommt ein Schlauchventil für Reinigungszwecke und für die Chemikalienaufbereitung. Für die Erst- bzw. Neubefüllung des Beckens wird zusätzlich ein Wasseranschluss mit Schlauchventil installiert. Der Boden des Technikraums sollte sich auf einer Höhe befinden, dass sich die Filterpumpe unterhalb der Beckenwasserfläche befindet, da sonst zusätzliche Maßnahmen wie Rückflussverhinderer und Vakuumbrecher erforderlich werden. Bei einem Pool mit Überlaufrinne sollte beachtet werden, dass der Rinnenablauf mit freiem Gefälle zum Wasserspeicher konstruiert ist. Das bedeutet, dass sowohl der Wasserspeicher als auch die Filterpumpe möglichst tief angeordnet werden oder mit der Höhe des Beckenbodens abschließen.

Genauso wichtig wie ein Wasseranschluss sind auch die Stromanschlüsse, die nach den VDE-Richtlinien und einzeln schaltbar ausgeführt sein müssen. Natürlich sollte der Raum mit hinreichend Steckdosen ausgestattet sein. Generell gelten die Bestimmungen der VDE 0100 für elektrische Anlagen und die besonderen Vorschriften für Feuchträume. Außerdem sind bei der Geräteaufstellung Maßnahmen zur Geräuschminderung, sprich ausreichende Schalldämmung und Entkoppelung der Anlagen, zu berücksichtigen.

In der Richtlinie zur Planung der Wasseraufbereitung für Privatschwimmbäder, herausgegeben vom bsw Bundesverband Schwimmbad & Wellness, sind die wichtigsten Voraussetzungen für die technische Ausstattung eines Privatpools festgelegt. Aufgabe der Aufbereitungsanlage ist es, das Badewasser umzuwälzen und filtrierbare Schmutzstoffe zurückzuhalten. Dies ist nur mit einer leistungsfähigen Filteranlage möglich. Wichtig ist, dass der im Filter verbliebene Schmutz durch Rückspülung entfernt wird. Durch die Rückspülung geht aber Wasser in den Kanal verloren. Entsprechende Anschlüsse sind deshalb vorzusehen. Eine weitgehende Automatisierung aller Betriebsvorgänge, die mit dem Filter zu tun haben, ist deshalb hilfreich.

Natürlich ist die Größe des Technikraums auch davon abhängig, ob es sich um ein Skimmerbecken oder eine Anlage mit Überlaufrinne handelt. Bei einem Pool mit Überlaufrinne ist ein ausreichend großer Platz für den Wasserspeicher notwendig. Auch die Installation ist aufwendiger und damit teurer. Beim Heizgerät zur Erwärmung des Beckenwassers können auch Geräte zum Anschluss an die Zentralheizung, die elektrische Beheizung oder die Beheizung über Wärmerückgewinnungs- oder Solaranlagen verwendet werden.

 

 


Zur weiteren Ausstattung gehört in der Regel eine automatische pH-Regelanlage, integriert in ein Komplettsystem für Mess-, Regel- und Dosiertechnik. pH-Heber und -Senker müssen anschließbar sein. Die Chlorung kann in Abhängigkeit des Redoxpotentials gesteuert werden. Das Redoxpotential gibt Auskunft über die hygienische Beschaffenheit des Wassers. Ein Wert über 700 mV ist optimal.

Was kommt nun alles in einen Technikraum hinein? Je nach Ausstattung des Schwimmbeckens kann das sein: Filteranlage mit Pumpe plus Filtersteuerung, Badewasserheizer, automatische Mess-, Regel- und Dosieranlage für Chlor oder ein alternatives Desinfektionsmittel sowie Flockungsmitteldosierung, Dosierung für pH-Heber und -Senker,  Schaltschrank, Wasserspeicher, wenn es sich um ein Überlaufrinnenbecken handelt, und Frischwasserzulauf. Häufig befindet sich hier auch die Entfeuchtungsanlage, die vom Platzanspruch, aber auch von den Zuleitungen her berücksichtigt werden muss.

Die meisten Hersteller bieten ihre Technik heute als komplettes Paket an. Die Montage geht in der Regel einfach vonstatten, da die Anlagen kompakt gebaut und vormontiert angeboten werden. Bei der Filteranlage ist die Frontverrohrung mit dem Sechs-Wege- oder Stangenventil und Prüftafel vormontiert. Filterpumpe, Verrohrung und Ventil werden miteinander verbunden. Danach wird die Pumpe mit den Schwingungsdämpfern am Fußboden befestigt und die Verbindung von Saug- und Druckleitung mit der Filteranlage hergestellt. Die Auslegung der Anlage, dabei vor allem auch der Rohrquerschnitte, erfolgt unter Beachtung verschiedener Einflussgrößen wie Entfernung der Filteranlage zum Becken, Druckverlust durch Höhenunterschied zwischen Filter und Becken sowie der Anzahl der Winkel und Bögen.

Einige Hersteller bieten auch kleine Technikcenter an. Vorteil: kompakte Bauweise, geringes Gewicht und vor allem Montagefreundlichkeit. Die Technikcenter sind deshalb auch interessant für Planer, Architekten und Installateure. Werkseitige Frontverrohrung mit Sechs-Wege- oder Stangenventil sowie entsprechend ausgelegter Filterpumpe sind hier genauso zu finden wie vorbereitete Anschlüsse für die Messwasserentnahme und Flockungsmitteldosierung. Entsprechend servicefreundlich sind auch die Anlagen.