Jede Schwimmhalle ist anders. Sie ist das Ergebnis einer sorgfältigen und individuellen Planung  und fachlichen Ausführung. Einige grundsätzliche Hinweise über die Planung von Schwimmhallen wollen wir aber doch im folgenden Beitrag geben.

Tipps zur Schwimmhallenplanung

Schon die Frage, wie groß das Becken eigentlich im Verhältnis zum gesamten Raum sein soll, löst oft Diskussionen zwischen den Bauherrn und dem Schwimmbadbauer aus. Um die Beckengröße im Verhältnis zum gesamten vorhandenen Raum einigermaßen realistisch veranschlagen zu können, gibt es ein paar Faustregeln: Geht man davon aus, dass als Startplatz, das heißt zum Übergang in die horizontale Schwimmlage, eine Länge von mindestens 2,50 m benötigt wird, rechnet man dann noch für jeden Schwimmstoß im Mittel 1,50 m hinzu, so stehen bei einer Beckenlänge von 7 m der Startplatz zur Verfügung, und es sind drei Schwimmstöße möglich. Bei einer Beckenlänge von 8 m sind es ca. vier Schwimmstöße.

Als Minimallänge für einen Privatpool sollte man deshalb möglichst 6 m nicht unterschreiten. Natürlich kann man dank einer Gegenstromanlage auch in einem so kleinen Becken ein ausdauerndes Schwimmtraining betreiben. Wenn man davon ausgeht, dass ein Schwimmer mit ausgestreckten Armen einen Platz von ca. 2 m beansprucht, so können bei einem Schwimmbecken von 4 m Breite schon zwei Personen nebeneinander schwimmen. Bei Privatpools ist eine Wassertiefe von 1,30 bis 1,35 m ausreichend. Denn Schwimmen ist schon ab einer Wassertiefe von 0,80 m möglich. Kopfsprünge sollten dann natürlich vermieden werden. Zum Vergleich: Bei einer Sprunganlage, wie man sie in öffentlichen Bädern findet, ist eine Wassertiefe von mindestens 3,50 m erforderlich. Lange Jahre hatten sich 4 x 8 m als Standardmaß etabliert. Mittlerweile geht der Trend wieder zu größeren Beckenlängen und Komplettausstattung.

Bei der Frage, in welcher Bauweise das Schwimmbecken hergestellt werden soll, sind folgende Anforderungen zu berücksichtigen:

  • Das Becken muss wasserdicht sein
  • Die Formbeständigkeit ist wichtig
  • Die Poolkonstruktion muss widerstandsfähig gegenüber chemischen Einflüssen des Badewassers sein
  • Materialien, die mit dem Beckenwasser in Berührung kommen, dürfen die Wasserbeschaffenheit nicht beeinflussen und die Desinfektion nicht beeinträchtigen.

Die Skala der Möglichkeiten reicht vom wasserundurchlässig betonierten Becken mit keramischer Auskleidung über Schwimmbecken aus glasfaserverstärktem Kunststoff, Hart-PVC, Edelstahl und Becken mit Folienauskleidung. Welches Material und welche Bauart für Sie in Frage kommt, darüber lassen Sie sich am besten von Ihrem Schwimmbadbauer beraten.


Genau so wichtig wie das Schwimmbecken und die Materialien ist auch die Wasseraufbereitung. Wenn man bedenkt, dass ein Schwimmer, selbst wenn er den Kopf beim Schwimmen hoch hält, in der Regel – wenn auch meist unbemerkt – 50 bis 60 ml Badewasser trinkt, wird deutlich, wie wichtig eine qualitativ hochwertige Wasseraufbereitung ist. In einer vom Bundesverband Schwimmbad & Wellness (bsw) herausgegebenen Richtlinie für die Planung der Wasseraufbereitung für Privatschwimmbäder heißt es: „Das Wasser im Privatschwimmbad muss den allgemein gültigen Hygieneanforderungen entsprechen. Daneben muss es für den Benutzer und das Material verträglich, klar, ästhetisch, zum Schwimmen einladend und wohltemperiert sein. Solange sich das Wasser im Becken befindet, muss die Beschaffenheit durch die Wasseraufbereitung im Zusammenwirken mit dem Umwälzkreislauf, Desinfektion, Wassernachspeisung und Bodenabsaugen erhalten bleiben.“ Die Schwimmbadwasseraufbereitung besteht aus den Komponenten Filtration – Desinfektion – Oxidation – Erwärmung – Verdünnung (Frischwasserzugabe) – pH-Wert-Regulierung – Beckenbodenreinigung. Nur das optimale Zusammenwirken dieser einzelnen Komponenten bringt ein gutes Aufbereitungsergebnis.

Im öffentlichen Schwimmbad gelangt das belastete Wasser hauptsächlich über eine ringsumlaufende Überflutungsrinne zur Aufbereitungsanlage. Im Privatpool findet man beides: die Überlaufrinne und den Skimmer. Bei Pools in Schwimmhallen mit gehobenem Anspruch ist heute die Überlaufrinne üblich geworden.

Zu beachten ist: Bei Pools mit Überflutungsrinne sind die notwendige Anzahl der Rinnenabläufe  sowie das erforderliche Volumen des Wasserspeichers zu berechnen. Dafür sind bei Skimmerbecken, unter Berücksichtigung der Beckengröße und -form, der oder die Oberflächenreiniger so anzuordnen, dass eine möglichst rasche und gleichmäßige Abführung des belasteten Wassers sichergestellt ist. Wichtig ist auch eine sinnvolle Anordnung der Reinwasser-Rückläufe. Entweder erfolgt die Rückführung des aufbereiteten Wassers nach dem Prinzip der Vermischung (Horizontaldurchströmung) über möglichst gegenüber liegenden Einlaufdüsen oder nach dem Prinzip der Verdrängung über entsprechend angeordnete Bodeneinläufe.

Die Badewasseraufbereitung sollte aus naheliegenden Gründen möglichst nah am Becken platziert werden. Enge, schwer zugängliche, ungelüftete und schlecht entwässerte Nischen, Ecken oder Kriechgänge werden oft zur Unterbringung der Anlage angeboten. Damit ist eigentlich schon die Grundlage für Betriebsstörungen und damit höhere Unterhaltskosten sowie letztendlich eine verkürzte Lebensdauer der Anlage geschaffen.

Die Installation einer Schwimmbadanlage sollte nur aus korrosionsbeständigem Material, vorzugsweise Kunststoffrohr, ausgeführt sein. Bei Übergängen von Metall auf Kunststoff sind ungeeignete Anschlussverschraubungen zu vermeiden. Deshalb sollte für die Installation einer Wasseraufbereitung grundsätzlich eine Installationsfirma beauftragt werden, die Erfahrung in der Verarbeitung von Kunststoffrohr nachweisen kann.