In einem Whirlpool werden zwei wichtige Therapieformen gleichzeitig angeboten: zum einen die Hydrotherapie, zum anderen die Massagetherapie mit ihren verschiedenen Reizwirkungen

Streicheleinheiten

Die Hydro- bzw. Wassertherapie mit 35 bis 37° Celsius warmem Wasser erzeugt einen thermischen Reiz, wodurch es zu einer Gefäßerweiterung, zur Aktivierung der Hautrezeptoren und der enzymatischen Stoffwechselvorgänge mit Ausschüttung schmerzlindernder Botenstoffe wie zum Beispiel Serotonin und Histamin kommt. Durch die Auftriebswirkung des Wassers erleben die Badenden eine beinahe Schwerelosigkeit, Bewegungsabläufe werden erleichtert und die Muskulatur entspannt. Die ergonomisch geformten Sitze der heutigen Whirlpools erlauben eine schonende Lagerung des Körpers und des Nackens. Von großer Bedeutung sind auch die Allgemeinwirkungen der Wassertherapie auf die Haut, unserem größten Organ. Die sanften Streicheleinheiten des Wassers wirken beruhigend und stresslösend.

Die zweite wirksame Anwendung ist die Massagetherapie. Die Massage gehört zu den ältesten Behandlungsweisen, ist die Hand doch das ursprünglichste Werkzeug des Menschen. Bei Verletzungen greifen wir uns unwillkürlich an die schmerzende Stelle, drücken, reiben und kneten sie. Diese spontan und unüberlegt durchgeführten Handgriffe wurden im Laufe der Zeit entsprechend der jeweiligen Kultur ausgestaltet und zu einer regelrechten Massagekunst entwickelt.

Die aus der griechisch-römischen Tradition erwachsene klassische Massage besteht im Wesentlichen aus fünf Griffarten: Streichungen wirken im Venen- und Lymphbereich entstauend. Beim Kneten kommt es durch die Dehnung der Muskelfasern zu einer reflektorischen Entspannung des Muskels, zu einer verbesserten Durchblutung der Muskulatur und zu einem beschleunigten Abtransport von Stoffwechselprodukten. Bereits eine Massage von wenigen Minuten genügt, um den ermüdeten Muskel wieder leistungsfähig zu machen. Durch Reibungen werden in den behandelten Geweben verschiedene gefäßaktive Substanzen, sogenannte Gewebshormone, freigesetzt, die dann wiederum eine verstärkte Durchblutung bewirken. Klopfungen führen zu einer kräftigen Mehrdurchblutung der Muskulatur, Vibrationen erzeugen Schmerzhemmung und die Entspannung angespannter Muskelabschnitte.

Faszinierend ist, dass die Massage nicht nur lokal, also im Ort der Massage wirkt, sondern auch auf reflektorischem Wege über das Rückenmark eine Wirkung auf innere Organe und das Gehirn hat. Die immer wieder festzustellende schmerzlindernde Wirkung der Massage dürfte darauf beruhen, dass sie als Gegenreiz gegenüber dem Muskelschmerz zu verstehen ist und dieser Reiz eine Wirkung über das Rückenmark auf das Gehirn ausübt, wobei hier „Hemmsysteme“ in bestimmten Regionen des Gehirns aktiviert und morphinähnliche Substanzen ausgeschüttet werden, die zur Beruhigung bestimmter Zentren des Schmerzgeschehens führen. So erklärt sich, warum großflächige, langsame und rhythmische Streichungen auch entspannend und schlaffördernd wirken.

Solche Massagegriffe werden mit den Düsen der Whirlpools in hervorragender Weise imitiert, wobei auch der Druck und die Festigkeit der Massage regulierbar ist. Wichtig ist die Anordnung der Düsen zur Massage der Muskulatur beidseitig der Wirbelsäule. Die eigentliche Wirbelsäule wird dabei ausgespart. Gerade eine serienmäßig wiederholte Anwendung von Whirlpool-Massagen ist sehr gut im Stande, im Sinne der Reiz- und Reaktionstherapie Wirkungen auf die Funktionssysteme des menschlichen Organismus auszulösen, das heißt eine Entspannung der Muskulatur hervorzurufen, schmerzlösend zu wirken, eine Verbesserung der Stoffwechselsituation in Haut und Muskulatur zu bewirken und damit eine physische und psychische Entspannung hervorzurufen.

Massagen im Whirlpool sind als Maßnahme bei krankhaften Veränderungen im Bereich des rheumatischen Formenkreises geeignet, zum Beispiel Wirbelsäulenveränderungen und Arthrosen und damit einhergehende Verspannungen, Muskelüberlastungen und nach Operationen am Bewegungsapparat. Aber auch Krankheitsbilder wie chronische Emphysembronchitis, Bluthochdruck, Lähmungen, psychovegetative Syndrome lassen sich hierdurch günstig beeinflussen. Dazu kann die Massage im Whirlpool auch als eine Revitalisierungsmaßnahme im Sinne einer Entspannungstherapie und als krankheitsvorbeugende Maßnahme gesehen werden.

Zu beachten ist: Bei fieberhaften Erkrankungen oder Hautentzündungen sowie bestimmten Hauterkrankungen, frischem Herzinfarkt oder außerordentlicher Herzschwäche, eine Venenentzündung oder Thrombose ist eine Therapie mit Massage und Wasser zunächst verboten. Die Massage mit verbundener Hydrotherapie in einem Whirlpool kann aber bei bestimmten Indikationen gute Erfolge erzielen.