Die einfache und leichte Handhabung ist garantiert: Viele Wasserpflegeprodukte gibt es heute in Tabletten- oder Granulatform. Sie sind vorportioniert und enthalten gleich mehrere Pflegeschritte in einem Produkt.

Starke Verbindungen

Was in der Lebensmittelindustrie schon seit Jahren ein großes Thema ist, findet auch bei den Poolbesitzern immer mehr Anhänger: Convenience – die leichte, praktische und sichere Handhabung von Produkten und ihre problemlose Konsumierbarkeit ist ein Trend, der auch bei den Produkten zur Poolwasserpflege festzustellen ist. Multifunktions- und Kombiprodukte erobern wachsende Marktanteile.

Neben einem breiten Spektrum an Geräten zur automatischen Dosierung der Pflegemittel und zur Kontrolle der wichtigsten Parameter werden darüber hinaus Multifunktionsprodukte für die Wasserpflege per Hand angeboten. Zum Verständnis: Bei der Wasserpflege sind verschiedene Pflegeschritte durchzuführen, nämlich pH-Wert-Regulierung, Desinfektion, Algenverhütung und Flockung. Die Produkte können einzeln oder auch, außer pH-Heber und -Senker, in einem einzigen Produkt zusammengemischt werden. „Dank der Kombiprodukte“, erläutert Cedrik Mayer-Klenk, Vorstandsvorsitzender der Chemoform AG, „akzeptieren Poolbesitzer das zugegeben sperrige Thema Wasserpflege leichter. Kombiprodukte bedeuten eine wichtige Hilfe, da die Vorgänge bei der Wasserpflege vereinfacht werden und die emotionale Hürde leichter überwindbar ist.“

Die Tabletten sind leicht zu handhaben und die Dosierung ist kein Problem: Sie werden einfach in den Skimmer oder in einen Dosierschwimmer gegeben. Und man hat für eine Woche Ruhe. In Deutschland werden meist 200 g Tabletten für ein 30 m3Becken verwendet. Eine langsamlösliche Chlortablette hält dann etwa eine Woche. Die Bandbreite reicht von 20 g Tabletten bis zu 600 g Tabletten. Was die Depotwirkung betrifft, so sind ein bis zwei Stunden heute Standard. Prinzipiell ist zwischen einer Dauerchlorung und einer Stoßchlorung zu unterscheiden. Die langsamlöslichen 200 g Chlortabletten sind für ca. eine Woche als Standardprodukt für die Desinfektion gedacht. Dabei löst sich die Chlortablette auf und sorgt für ein Desinfektionsdepot im Beckenwasser. In Problemfällen wie zum Beispiel bei trübem oder grünem Wasser mit Algenbildung muss der Chlorwert kurzfristig angehoben werden. Dies wird durch schnelllösliches Chlor, zum Beispiel 20 g Tabletten oder Chlorgranulat, erreicht und wird als Stoßchlorung bezeichnet. Die Kombination aus schnelllöslich für die Stoßchlorung und langsamlöslich für eine permanente Depotwirkung im Wasser bietet dem Anwender ein hohes Maß an Sicherheit.

Befragungen von Poolbesitzern ergeben immer wieder das gleiche Bild: Kunden möchten es möglichst einfach haben und wenig Zeit für die Wasserpflege verbringen, sie verlangen eine bequeme Anwendung, und sie wollen die Möglichkeit haben, die Pflegeschritte möglichst einfach durchführen zu können. Das heißt eben auch: mehrere Schritte auf ein Mal durchzuführen zu können. Marktunternehmen wie zum Beispiel Bayrol haben schon sehr früh auf diesen Markttrend reagiert und bieten heute eine breite Produktpalette von Kombiprodukten an. Und das sowohl auf Chlor- wie auch auf chlorfreier Basis. Ronald Koch von der Firma Bayrol: „Alle Entwicklungen, welche die Servicearbeiten am Pool erleichtern, haben bei den Kunden eine hohe Akzeptanz.“

Auch bei Chemoform ist der Anteil an Kombiprodukten für die Wasserpflege stark gewachsen. Mehrere Verfahrensschritte bzw. Substanzen werden heute problemlos in einem Produkt kombiniert. Gängige Produkte enthalten die Funktionen Desinfektion, Algenverhütung und Flockung. Auch schnell- und langsamlösliche Substanzen in einer Tablette zu vereinen stellt kein Problem dar. Cedrik Mayer-Klenk: „Multifunktionsprodukte sind darauf angelegt, eine möglichst große Bandbreite an Einsatzmöglichkeiten abzudecken. Natürlich haben Verbraucher immer noch die Option, zum Beispiel bei Problemen mit der Wasserqualität noch mit Einzelprodukten nachzujustieren.“ Natürlich sind auch Kombiprodukte auf dem Markt, die nicht alles halten, was sie versprechen. So gibt es Multifunktionsprodukte, die zwar angeben, ein Flockmittel zu enthalten, doch tatsächlich ist der Flockmittelanteil nur verschwindend gering. Klar ist: Bei Problemen mit der Wasserqualität bekommt man diese mit einem Einzelprodukt besser in den Griff.

Die meisten Kombiprodukte sind Feststoffe, sei es als Tabletten oder in Granulatform. Es handelt sich meist um organische, das heißt stabilisierte Chlorprodukte. Das Trägermaterial hierfür ist die Isocyanursäure. Alternativ wird neben den Feststoffprodukten auch Chlorbleichlauge in flüssiger Form angeboten. Bei flüssigen Pflegemitteln kann man zwar auch andere Substanzen zugeben, aber nur in sehr begrenzter Form. In jedem Fall ist hier nur eine automatische Dosierung zu empfehlen. Chlor ist, was die Kombinationsmöglichkeiten betrifft, vielfältig einsetzbar als Aktivsauerstoff und verzeiht Pflegefehler eher als chlorfreie Produkte. Darüber hinaus gibt es aber auch Pflegeprodukte, die zum Beispiel Chlor mit einer anderen Verbindung kombinieren, das mit Chlor synergistisch reagiert. So wird ein starkes Oxidationspotential freigesetzt.

 

Die vier Pflegeschritte

  • Der pH-Wert:
    Dieser sollte im Privatbad immer im Bereich von 7,0 bis 7,4 gehalten werden, damit das Desinfektionsmittel richtig wirken kann. Ein falscher pH-Wert reizt Haut, Augen und Schleimhäute und kann zu Korrosionen an Metallen im Becken sowie zu Kalkabscheidungen führen. Da sich der pH-Wert schnell verändern kann, muss er mindestens einmal wöchentlich geprüft und gegebenenfalls korrigiert werden.
  • Desinfektion und Oxidation:
  • Die Desinfektion dient zur Abtötung der Keime und Erreger im Beckenwasser. Bei der Verwendung von Chlorprodukten sollte der Wert an freiem Chlor im Bereich von 0,3 bis 0,6 mg/l liegen. Multifunktionstabletten oder -granulate auf Chlorbasis bieten – je nach Nutzung – eine für ein bis zwei Wochen ausreichende Depotwirkung im Becken. Ähnliches gilt für Alternativprodukte.
  • Algizid:
    Trotz eines ausreichenden Depots an Desinfektionsmittel kann es zur Algenbildung im Wasser kommen. Zur Vorbeugung und zur Beseitigung von Algenbewuchs wird deshalb ein Algizid eingesetzt: Es handelt sich meist um quaternäre Ammoniumverbindungen (Quads), die bereits in geringer Konzentration wirksam werden. Moderne Algizide schäumen nicht. Quads ersetzen nicht die Chlorung, sind aber chlorverträglich, so dass sie auch mit Chlorprodukten kombiniert werden können.
  • Flockung/Trübungsentfernung:
    In das Beckenwasser gelangen sichtbare Verschmutzungsstoffe wie zum Beispiel Haare oder Schmutzpartikel, die vom Filter zurückgehalten werden, und unsichtbare, so genannte kolloide Stoffe wie Bakterien, Körperfette etc. Diese können auch von einem noch so guten Filter nicht erfasst werden. Setzt man aber dem Wasser ein Flockungsmittel zu, so werden die meisten dieser feinstverteilten Schwebstoffe entstabilisiert, das heißt elektrisch entladen und in die sich bildenden Flocken eingebunden. Zusammen mit diesen werden sie dann im Filterbett zurückgehalten. Es haben sich sowohl eisen- als auch aluminiumhaltige Flockungsmittel bewährt.

 

Die Pflegemethoden 

  • Chlorierte Isocyanurate (organische Chlorprodukte):
    Gibt’s in Tabletten- und Granulatform. Hierfür werden auch Dosiergeräte angeboten. Hoher Gehalt an wirksamem Chlor. Das Produkt ist beständig und sicher zu handhaben. Es enthält Isocyanursäure als Trägermaterial und Stabilisator. Ein schneller Chlorabfall, beispielsweise durch Sonneneinstrahlung, wird verhindert.
  • Kombiprodukte:
    Gibt’s in Granulat- und Tablettenform. Hier sind meist zwei oder drei Pflegeschritte in einem Produkt integriert. Diese enthalten stets ein organisches Chlorprodukt und meist ein Flockmittel, das den so genannten Klareffekt erzeugt. Weiterhin ist manchmal ein Algizid enthalten, entweder in Form von Kupfersulfat oder in Form einer polyquaternären Ammoniumverbindung.
  • Calciumhypochlorit (anorganisches Chlorprodukt):
    Wird meist in Granulat- oder Tablettenform angeboten. Hoher Anteil an wirksamem Chlor. Erhöht den pH-Wert. In harten Wässern kann es durch den hohen Calciumanteil zu Wassertrübungen kommen.
  • Natriumhypochlorit bzw.Chlorbleichlauge (anorganisches Chlorprodukt):
    Enthält etwa 13 % Aktivchlor und wird meist mittels Dosierpumpe ins Beckenwasser abgegeben. Chlorbleichlauge ist begrenzt lagerstabil. Deshalb sollte man nur stabilisierte Qualitätsprodukte vom Fachhandel beziehen und aufs Haltbarkeitsdatum achten.