Statt mit Ausstattung zu protzen, wirkt das Seehotel Ambach am Ufer des Kalterer Sees durch seine Schlichtheit und Natürlichkeit. Auch der neue Badepavillon ist gekonnt in die Natur des Seeufers eingebunden.

SOMMER.FRISCHE

Wie ein Schiff im Hafen liegt das Seehotel Ambach am Ufer des Kalterer Sees. 1973 vom Architekten Othmar Barth im Auftrag von Anna Ambach erbaut, wurde am und im Hotel in vier Jahrzehnten nichts Grundlegendes geändert. Im Hotel erkennt man die Formensprache der frühen 1970er-Jahre mit klaren geometrischem Konturen und Linien. So schuf er eine unverwechselbare Hotelarchitektur, die dem Seehotel im Wettbewerb zu den anderen Hotels der Region eine besondere Stellung verleiht.

Heute wird das Hotel von Klaus Maran, dem Neffen von Anna Ambach, und seiner Frau Manuela geführt. Um das Hotel behutsam den modernen Ansprüchen anzupassen, begannen sie im Jahr 2014 mit der Sanierung. Dem Architekten Walter Angonese kam die Aufgabe zu, den Stil der 1970er-Jahre zu erhalten und doch den Komfort des 21. Jahrhunderts einziehen zu lassen. In einer ersten Phase wurden die Haustechnik und die Bäder generalsaniert, Teppiche, Stoffe, Polster in der originalen Farbgebung erneuert und Sitzecken und Wohnaccessoires neu hinzugefügt, um den Räumen einen wohnlicheren Charakter zu geben.

In einem zweiten Bauabschnitt wurde im vergangenen Jahr das Hotelangebot nach dem Entwurf von Walter Angonese um ein Badehaus mit Sauna und Freischwimmbad ergänzt. Auch das Badehaus ist im gleichen Stil wie das Hotel gehalten, wirkt filigran, zum See hin offen und scheint gewissermaßen über dem Hang zu schweben. Das 250 m2 große Badehaus mit Loggia liegt im hinteren Teil des Parkareals mit herrlichem Rundumblick aufs Hotel, den See und den Kalterer Berg. Die überdachte Loggia dehnt sich in den Park hinein und kann je nach Jahreszeit als Sonnenterrasse oder als schattige Liegefläche genutzt werden. In der Achse zwischen Hotelgebäude und Pavillon wurde außerdem ein 20 m langes beheiztes Schwimmbad positioniert als Alternative zu einem Bad im See. Der Pool wird auf zwei Seiten von einem Betondeck eingefasst, das als Sonnensitz genutzt werden kann. Auf den anderen beiden Seiten ist der Beckenkopf als Infinity-Rinne ausgeführt, so dass die Badenden auch vom Wasser aus den Blick auf den See genießen können. Der alte Baumbestand am Seeufer blieb trotz der Baumaßnahmen erhalten.  

„Einen normalen Schwimmhallenanbau wollten die Bauherrn nicht“, erzählt Wolfgang Henkes, Geschäftsführer von KVS Klimatechnik. KVS ist Lieferant des Entfeuchtungsgeräts und der Lüftungsschlitzschienen. „Ein Anbau hätte das Gesamtbild des Hotels gestört. Das war nicht gewünscht. Außerdem endet im Oktober die Tourismussaison und es wird ruhig am Kalterer See. Es gibt also keinen Druck, den Gästen in den Wintermonaten ein Hallenschwimmbad anbieten zu müssen.“ Der Badepavillon wurde auch bewusst vom Hotel ein Stück weggerückt, um ihn als eigenständiges Gebäude wahrnehmbar werden zu lassen.

Optisch wird der Pavillon von Holz und Glas dominiert. Die raumhohen Glasscheiben und Glasschiebetüren lassen den Gebäudekörper leicht und filigran wirken. Die umgebende Natur und vor allem der nahe See ist so intensiv wahrnehmbar. Beim Holz, das den Boden des Pavillons und die Veranda bedeckt, handelt es sich nicht um irgendein Holz, sondern es ist an der Oberfläche gebürstet und geölt, wie es auch im Schiffsbau üblich ist. Der Schiffscharakter, der schon das Hotel prägt, wird damit auch beim Badepavillon fortgesetzt. Im Innern des Gebäudes wurden ein Whirlpool, eine Finnische Sauna, ein Dampfbad und anstelle einer herkömmlichen Dusche ein Regenraum eingebaut.  

Das Grundstück rund ums Hotel ist naturgemäß durch die Uferlandschaft des Sees bestimmt und wird durch Schilfvegetation und alte Weiden geprägt. Schon das Konzept des Gründungsarchitekten Othmar Barth sah die Einbindung des Hotels in das umgebende Naturschutzgebiet als zentrales Element vor. Die Bebauung sollte nicht im Gegensatz zu der Naturlandschaft stehen, sondern ein Teil von ihr sein. Die Uferzone ist unter Schutz gestellt, so dass bei der Bebauung strenge Auflagen zu erfüllen waren. Es sollten keine konstruierten Erlebniswelten geschaffen werden, sondern der Pavillon ein Teil der Natur sein. Die Liegewiese, der kleine Kinderspielplatz und der hoteleigene Bade- und Bootsanlegesteg mit den Booten sind deshalb auch dezent ins Ufergelände integriert.

Um den naturgemäß strengen Auflagen bei so einem Projekt gerecht zu werden, wurde in einem ersten Schritt das Ingenieurbüro Dr. Fleischmann und Dr. Janser damit beauftragt, eine Machbarkeitsstudie zu erstellen, ob und wie ein Bauwerk überhaupt so nah am Wasser realisiert werden konnte. Zu den vorgegebenen Sicherungsmaßnahmen gehörte beispielsweise eine Weiße Wanne, welche die Konstruktion vor drückendem Wasser schützt. In die Weiße Wanne wurde dann ein Technikraum eingebaut, in den die Wasseraufbereitung für den Whirlpool und das KVS-Entfeuchtungsgerät, Modell LEG 46 mit 2.800 m3/h Luftleistung ihren Platz fand. Die Lüftungstechnik wurde von der Firma Climet aus Frangart installiert. Ein Beckenwasserwärmetauscher mit Wärmerückgewinnung an das Whirlpoolwasser gehört ebenfalls zur Ausstattung. Auf den Technikraum wurde dann der Pavillon auf Trägern gestellt, der somit über der Grasnarbe zu schweben scheint.

„Die Herausforderung war“, so Wolfgang Henkes weiter, „unter sehr beengten Verhältnissen eine komplette Lüftungs- und Entfeuchtungstechnik zu planen und zu installieren. Immerhin 56 m Lüftungsschienen kamen zum Einsatz. Gleichzeitig durfte die Technik nicht wahrnehmbar sein und die Schlitzschienen nicht störend wirken. Deshalb wurden auch einschlitzige Schienen verwendet.“ Über KVS-Schlitzschienen, Typ LS 8 in asymmetrischer Ausführung, werden die Glasscheiben des Pavillons mit Warmluft abgeschleiert. So ist ein permanentes Wohlfühlklima im Raum und für die Gäste der ungehinderte Ausblick auf den See gewährleistet.

Mehr Informationen gibt's hier:

Seehotel Ambach
Klughammer 3
I-39052 Kaltern
Tel.: +39 0471 960098

info@seehotel-ambach.com
www.seehotel-ambach.com

 

Architektur:
Walter Angonese
I-39052 Kaltern
Tel.: +39 0471 965485,

info@angonesewalter.it
www.angonesewalter.it

 

Entfeuchtungstechnik:
KVS Klimatechnik GmbH
71254 Ditzingen
Tel.: 07156 16589-0

info@kvs-klimatechnik.de
www.kvs-klimatechnik.de

 

Installation der Entfeuchtungstechnik:
Climet GmbH
I-39057 Frangart (BZ)
Tel.: +39 0471 631033,

info@climet.it
www.climet.it

 

Ingenieurbüro:
Dr. Fleischmann & Dr. Janser
I-39021 Latsch
Tel.: +39 0473 622380