Ein befreundeter Poolbauer brachte Franz Steinbauer in Kontakt mit dem Kunden. Der Kollege hatte schon einige Freibäder realisiert, aber mit so einem Projekt fühlte er sich überfordert. Ein gemeinsamer Termin bei dem Bauherrn, an dem auch Stefan Hanninger vom beauftragten Büro Format Elf Architekten teilnahm, machte den Umfang des Projekts deutlich: In eine repräsentative Villa sollte eine ebenso hochwertige Schwimmhalle integriert werden. Zusammen mit Stefan Hanninger übernahm Franz Steinbauer die Planung und technische Umsetzung des Projekts.

Trotz der Größe des Raumes ist es dem Architekten gelungen, die Schwimmhalle dank der ausgewählten Materialien und des Tageslichteinfalls auf beiden Seiten einen hellen und freundlichen Charakter zu vermitteln. Zur Ausführung kam ein Schwimmbecken mit den imposanten Maßen von 17,25 m Länge und 4,65 m Breite. Das Becken wurde aus Ortbeton errichtet, mit einer Abdichtung versehen und dann mit Fliesen in den Maßen 2,50 x 1 m ausgekleidet. Diese sehr dünnen, großformatigen Fliesen stellen hohe Ansprüche an das Können des Fliesenlegers. Trotz der Poollänge ließ der Bauherr noch eine kraftvolle Gegenstromanlage Ospa-PowerSwim 2.3 einbauen, an der der Bauherr ein leistungsorientiertes Schwimmtraining absolvieren kann.

Das Becken wurde ganz an die Außenwand herangeschoben – einmal, um mehr Platz zu gewinnen für die Umgangsflächen, zum anderen aber auch, um der Steinwand hinter dem Becken noch größere Wirkung zu geben. Es scheint, als ob sich die Steine nahtlos aus dem Wasser bis hinauf zur Decke erheben. Aufgrund der Beckenwand ist eine Versatzstufe entstanden, die aber kaum wahrnehmbar ist „Wir empfehlen immer“, betont Franz Steinbauer, „dass das Becken, auch wenn es unmittelbar an eine Außenmauer angebaut wird, eine eigene Beckenwand bekommt.“

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Ein Hingucker ist ein großer schwarzer Block am Kopf des Beckens neben dem Eingang, der ringsum mit Natursteinplatten verkleidet ist und durch seine erhöhte Position wie die Steuerkanzel eines Raumschiffs wirkt. Die schwarzen Steinplatten ziehen sich ebenfalls vom Beckenboden aus dem Wasser steigend bis zur Decke. Eine Glasscheibe, in der sich je nach Sonnenstand die Schirme der Terrasse spiegeln, trennt den Aufenthaltsbereich von der Schwimmhalle ab. Die Bauherren können hier sitzen und den herrlichen Ausblick in die Schwimmhalle und weiter hinaus in den Garten genießen. In diesem Bereich ist die abgehängte Decke nicht durchgezogen, sondern eine Glaslaterne verbindet die beiden Ebenen. So kann auch in diesen Teil der Schwimmhalle Tageslicht einfallen.

Das lange Becken mündet vor einer raumhohen Glasfront, die den Blick freigibt auf die Terrasse und in den Garten. Das Glas kann zurückgefahren werden, und die Natur des Gartens ist in der Schwimmhalle unmittelbar präsent. Um den Schwimmern einen noch besseren Ausblick zu bieten, wurde zur Terrassenseite eine Infinity-Rinne geschaffen: Das Wasser läuft über die Kante aus schwarzen Natursteinplatten 20 cm tiefer in die Rinne, die mit Kieselsteinen aufgefüllt ist. Das Becken verfügt ansonsten über keine Überlaufrinnen oder Skimmer. „Um trotzdem eine gute Beckenhydraulik zu gewährleisten“, erläutert Franz Steinbauer, „sind auf der Stirnseite vier Einströmdüsen und auf den Längsseiten des Beckens weitere Einströmdüsen eingebaut, die das Wasser Richtung Infinity-Rinne und zur Aufbereitungstechnik treiben.“ Auch die Einstiegstreppe ist etwas Besonderes: Die sieben Stufen sind nur einseitig an der Wand befestigt und scheinen im Wasser zu schweben. Sieben RGBW-Scheinwerfer komplettieren die Ausstattung. Außerdem fanden noch eine Sauna und eine Dusche in der Schwimmhalle ihren Platz.

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Im Untergeschoss der Schwimmhalle ist die Ospa-Schwimmbadtechnik installiert. Zur Ausstattung gehört das Ospa-Programm für gehobene Privatbäder mit Ospa-Superfilter, Desinfektionsanlage BlueClear, Dosiertechnik für pH-Heben und -Senken sowie der Schaltschrank. Am Display der Steuerung Ospa-BlueControl kann der Bauherr seine Wasserwerte leicht abrufen und bei Bedarf korrigieren. Die Gegenstromanlage und die Scheinwerfer sind hier ebenfalls aufgeschaltet. Auch das Lüftungs- und Entfeuchtungsgerät ist im Technikraum installiert. Die entfeuchtete und wiedererwärmte Luft wird über ein Kanalsystem und Schlitzschienen in die Schwimmhalle wieder eingebracht. So bleiben die großen Glasfronten beschlagfrei. An der abgehängten Decke wird die Luft abgesaugt.

„Der Technikraum war relativ klein, und es war schwierig, alle Geräte gut zugänglich unterzubringen“, erinnert sich Franz Steinbauer. „Da das Becken auf einer Seite direkt an die Wand gerückt ist, verblieb auf der anderen Seite nur ein schmaler Kriechgang, um alles einzubringen.“ Aber letztendlich ist auch das gut gelungen, sodass sich die Schwimmhalle sowohl gestalterisch als auch technisch auf höchstem Niveau präsentiert.

Fotos: Tom Philippi