Moderne Schiebe- oder Teleskophallen schützen den Pool nicht nur vor Wind und Wetter, sie sind auch sehr komfortabel in der Handhabung und bieten viele weitere Vorteile. Bauherren baden dank einer Schiebehalle in ihrem Pool etwa neun Monate vom Jahr, ohne dieses Vergnügen mit extrem hohen Heizkosten bezahlen zu müssen. Der Pool kann also auch im Frühjahr und Herbst problemlos genutzt werden.
Die Liste der Vorteile, die eine Schiebeüberdachung bietet, ist ellenlang: Sie schützt den Pool vor Schmutz, Laub und Kleintieren, ist abschließbar, sodass bei Abwesenheit der Eltern weder die eigenen Kinder noch die des Nachbarn das Schwimmbad unbefugt nutzen können.Sie schützt das Beckenwasser vor Auskühlung und damit vor hohen Kosten. Jeder, der beispielsweise einen Wintergarten hat, kennt die Wärmeentwicklung, die hier entsteht. Die Wärme überträgt sich aufs Wasser bzw. ein Auskühlen des Beckens wird wirksam verhindert, was bekanntermaßen bei kühlen Nächten oder einem starken Wind schnell passiert. Die Überdachung wirkt also wie ein Wärmespeicher. Um die Kondensatbildung an den Scheiben gering zu halten, empfiehlt sich in jedem Fall zusätzlich eine Abdeckung.
Was von Bauherren, die eine Schiebeüberdachung haben, besonders geschätzt wird: Sie sind sehr leicht zu handhaben. Selbst große Anlagen, unter denen man stehen kann, können leicht von einer Person per Hand bewegt werden. Die Konstruktion besteht nämlich aus mehreren Segmenten, von denen in der Regel eins der äußeren Segmente, manchmal auch beide äußeren fest fixiert sind. Alle anderen Segmente sind frei in beide Richtungen verschiebbar. Die Segmente, meist Aluminiumkonstruktionen mit durchsichtigen Kunststoff- oder Sicherheitsgläsern, sind nicht so schwer, wie sie vielleicht auf den ersten Blick aussehen. Zu unterscheiden sind Echtglas und Klarglas. Bei Echtglas (kein Kunststoff) können Floatglas (Fensterglas), ESG (Einscheiben-Sicherheitsglas) oder VSG (Verbundsicherheitsglas) zum Einsatz kommen. Überkopfverglasungen müssen nach Vorschrift VSG-Gläser sein, um Verletzungsrisiko auszuschließen. Float- und ESG-Gläser findet man nicht bei Schwimmbadüberdachungen, weil das Bruchrisiko zu groß ist. Klarglas wird meist als Bezeichnung für Kunststoffverglasungen verwendet – das sind SAN, Acryl oder Polycarbonat.
Entweder laufen die Segmente in Schienen oder sie sind statisch so stabil, dass sich die Konstruktion nicht verschieben kann. Dann kann auf Schienen verzichtet werden. Nur der Untergrund muss plan eben sein, um einen reibungslosen Lauf der Rollen zu gewährleisten. Diese Konstruktionen halten die in unseren Breitengraden üblichen Stürme sicher stand und sind auch weitestgehend schneelaststabil. Dank der Gummilippen an den Profilen sind die Konstruktionen dicht gegen Regen und Schnee. Und beschädigte Scheiben können schnell ausgetauscht werden. Die Aluprofile lassen sich auch farblich beschichten und der Umgebung anpassen. Wer es noch komfortabler mag, kann bei vielen Modellen auch auf eine Fernbedienung zurückgreifen. Auf Knopfdruck fahren die Elemente in jede gewünschte Position. Seitliche Schiebetüren und eine kippbare Stirnwand, beides abschließbar, gehören ebenfalls zum Lieferprogramm vieler Firmen.
Ein wichtiger Punkt ist auch die Lüftung. Eine Lüftungsvorrichtung sollte vorhanden sein, die kindersicher abschließbar ist. Wenn der Pool überdacht ist, wärmt sich das Wasser schnell und auch zu viel auf. Daher ist eine Wärmeregulierung durch Lüfterstellungen ein Muss.
Die Schiebehallen sind häufig Einzelkonstruktionen und werden auf Maß gebaut, sind also in ihrer Form variabel. So können sie zum Beispiel wintergartenähnlich direkt ans Haus angebaut werden, beispielsweise um einen trockenen Zugang vom Wohnhaus zum Pool zu schaffen. Spannweiten von 5 bis 8 m in der Breite sind üblich, obwohl es schon Konstruktionen bis 20 m Breite gegeben hat. Dies aber vor allem bei gewerblichen Anlagen. In der Länge gibt es theoretisch keine Begrenzung, wobei sich die Abmessungen natürlich nach den Maßen des Schwimmbades richten. Da die Segmente zusammenschiebbar sind, würde das äußere Segment logischerweise immer höher.
Bei standardisierten Privat-Schiebehallen sind Höhen von 2 bis 2,50 m, manchmal auch 3 m üblich. Es bleibt dann genügend Platz, um auch bei geschlossener Überdachung darunter stehen und ums Becken herumlaufen zu können oder unmittelbar am Pool Liegestühle oder eine Sitzgruppe zu platzieren.
Eine andere Variante sind so genannte Niedrigüberdachungen. Sie werden vor allem von Bauherren gewünscht, die sehr designorientiert sind und trotz der Schiebehalle auch weiterhin den freien Ausblick in ihren Garten und die Landschaft wünschen. Diese bieten im Prinzip alle Komfortvorteile ihrer größeren Verwandten, sind zum Beispiel auch unterschwimmbarund werden auch im geschlossenen Zustand kaum wahrgenommen.
Trends bei Überdachungen
Die Ansprüche an Überdachungen sind in den vergangenen Jahren gestiegen. Genügte früher, dass die Sicherheit für Kinder und Tiere gegeben ist, kein Schmutz ins Becken fallen kann und die Wassertemperatur gehalten wird, so kommen heute auch gestalterische Themen hinzu, das heißt wie die Schiebehalle zur Poolanlage, zum Garten und dem Wohnhaus passt. Design und Ästhetik verbunden mit hoher Funktionalität werden heute gefordert. Schiebehallen, die in jüngster Zeit auf den Markt gekommen sind, setzen auf leicht eckige Formen oder auf Formen mit leichten Bögen oder Gefälle, um besser Regenwasser und Schmutz abzuführen.
Gekonnt werden Ästhetik und Funktionalität in Einklang gebracht. Neben herkömmlichen Schienenlösungen bieten einige Hersteller schienenfreie oder Systeme mit einer einseitigen Schiene an. Dies wird meistens gemacht, wenn der Bauherr keine Schienen auf seiner Terrasse wünscht. Verstärkt bieten Hersteller die Option einer Motorisierung der Überdachung an. Mittels Fernbedienung wird Öffnen und Schließen des Pools zum Kinderspiel. Die meisten Überdachungen verwenden auf 12 bzw. 24 Volt basierte Elektromotoren, die von kleinen Photovoltaikpaneelen auf der Überdachung gespeist werden. Das Verlegen von Stromleitungen erübrigt sich damit.
Auch ein in gestalterischer Hinsicht wichtiger Punkt: Die Aluminiumsegmente lassen sich in vielen Farbgebungen darstellen. Die gängigsten Farben sind Grau und das klassische Weiß. Passend kann ein Bauherr zwischen verschiedenen Verglasungen wählen. Je nach Gewichtsverteilung werden mehr oder weniger Stützstreben verwendet, um die Platten in Form zu halten und die geforderten Stabilitätswerte zu erreichen.
Bodo Maertsch*
*Vertriebsleiter abridéal Schwimmbadüberdachungen
Zertifizierte Qualität
Seit Juli 2014 gilt in Europa die DIN EN 1090, welche die Anforderungen an tragende Bauteile aus Stahl oder Aluminium definiert. Diese Norm schließt auch Überdachungen mit ein. Bisher galt in jedem Land eine eigene individuelle und teilweise logisch nicht nachvollziehbare Norm, welche für die Mindestanforderungen in Bezug Überdachungen herangezogen wurde. Denn für in Deutschland installierte Überdachungen gilt beispielsweise, dass diese um 10 % mehr Sicherheitsreserven gegenüber allen anderen europäischen Mitgliedsstaaten vorzuweisen haben. Deshalb sollte der Kaufinteressent prüfen, ob der Anbieter dieses auch berücksichtigt hat. Im Übrigen hat dieser später auch die Nachweispflicht und nicht der Käufer.
Ein Käufer bekommt heute auf jeden Fall die Sicherheit, sofern der Hersteller wirklich zertifiziert ist, eine Überdachung zu bekommen, die den normalen Wetterbedingungen mindestens genügt. Diese Anforderung zwingt die Hersteller, ihre Überdachungen in einer bestimmten Qualität, Stabilität und mit entsprechenden Sicherheitszuschlägen anzufertigen. Die Zuteilung dieser Zertifizierung geht einher mit einer umfangreichen Statikberechnung nach DIN 1999 Euro Code sowie einer dokumentierten Beweisführung der kompletten Metallbaukonstruktion inklusive der Eckverbindungen. Diese Berechnungen berücksichtigen auch die nationalen länderspezifischen Anforderungen eines jeden Landes in Europa, in dem der Hersteller tätig ist. Im Internet kann man diese Anforderungen herunterladen, inklusive der Landkarte mit Schnee- und Windlastzonen je Region.
Beim Kauf einer Überdachung gibt es einige wichtige Entscheidungskriterien, die ein Interessent in Betracht ziehen sollte: Wer montiert die Anlage beim Kunden? Der Hersteller selbst, der Händler oder ein externer Montagebetrieb? Wie lange beträgt die Lieferzeit? Wer ist Ansprechpartner bei Fragen und Problemen, wo ist der nächste Servicestützpunkt? Was kosten die Verschleißteile, wie lange hält der Hersteller diese vor? Es gibt verschiedene Aussagen zum Thema Garantien. Wie lange beträgt die Gewährleistung und wie lange Garantie – und auf was genau: Rollen, Schlösser, Beschläge, Dichtungen etc.? Wenn der Sitz des Herstellers im Ausland liegt: Ist die Garantie auch in meinem Land gültig? Alles Fragen, die ein Interessent mit einem Anbieter vorab klären sollte.