Im Wasserspeicher sammelt sich nicht nur das Schwallwasser, was vom Überlaufrinnenbecken zugeführt wird, sondern auch die darin enthaltenen Schmutz- und Belastungsstoffe selbst, bevor beides zur Filteranlage weitertransportiert wird. Aber oft bleiben die Schmutzstoffe an den Wänden und am Boden haften, was dann aufwendige Reinigungsarbeiten erforderlich macht. Wasserspeicher müssen deshalb regelmäßig von innen gereinigt und desinfiziert werden.
Der Wasserspeicher dient zur kurzzeitigen Aufnahme des durch Badende verdrängten Wasservolumens. Gleichzeitig soll das zugeführte Wasser mit geringer Zeitverzögerung aus dem Wasserspeicher in den Filterkreislauf ohne nennenswerte Verluste zurückgeführt werden. Der Wasserspeicher ist deshalb so anzuordnen, dass in der Sammelleitung kein Rückstau entsteht, wenn die maximale Füllhöhe erreicht ist. Das Wasser für die Filterrückspülung kann bei Privatbädern direkt aus dem Becken entnommen werden. Dieses Wasservolumen braucht deshalb nicht zusätzlich im Wasserspeicher bevorratet werden.
Kostengünstige, vorkonfektionierte Wasserspeicher für Privatschwimmbäder sind im Fachhandel erhältlich. Die Wasserspeichergröße für Privatschwimmbäder kann überschläglich und vereinfacht ermittelt werden, indem die Beckenwasserfläche mit 5 bis 7 cm multipliziert wird. Bei einem Becken von 4 x 8 m = 32 m2 ergibt sich ein Speichernutzvolumen von 1,6 m3. Daher würden ein bis zwei Wasserspeicher mit einem Gesamtvolumen von mindestens 2 m3 zum Einsatz kommen. Ist der Pool mit Luftsprudelattraktionen ausgestattet, sollte das Speichergesamtvolumen nicht unter 4 m3 betragen (Quelle: Christoph Saunus). Bei öffentlichen Bädern ist eine genaue Berechnung unerlässlich.
Eine Alternative zu den klassischen Wasserspeichern stellte der von Kühling & Hauers entwickelte selfclean dar, ein Wasserspeicher mit eingebauter Reinigungsautomatik. „Der Wasserspeicher ist praktisch selbstreinigend und bietet damit einen wesentlich höheren Hygienestandard“, erläutert Reiner Lietz, Geschäftsführer von Kühling & Hauers. So verfügt der selfclean über eine kontinuierliche Ringspülung sowie eine Strahldüse, das heißt Wandflächen und Boden werden kontinuierlich mit frisch aufbereitetem und desinfiziertem Wasser abgespült, so dass hier kein Schmutz anhaften und es zu Verkeimungen kommen kann. Des Weiteren ist der selfclean mit einer abgedeckten Ablaufvorrichtung am Boden ausgerüstet, so dass neben dem abgelösten Schmutz auch die Sedimente unmittelbar in den Kanal abfließen können.
Anlagentechnisch ist es auch möglich, das Schwimmbecken vom Badewasserkreislauf abzukoppeln und die Badewasseraufbereitungstechnik nur über den Wasserspeicher zu betreiben. In diesem Fall kann das Wasservolumen des Wasserspeichers einer Desinfektion mit erhöhtem Gehalt an freiem Chlor unterzogen werden, ohne dass das Schwimmbecken davon betroffen ist. Zusätzlich kann der Selfclean mit einer eigenen Füllwasserleitung ausgerüstet werden, über die eine Spülung des Wasserspeichers möglich ist. Dies kann zum Beispiel dann erforderlich sein, wenn sich aus Wartungsgründen kein Wasser im Schwimmbecken befindet.
Wie es für Filteranlagen im öffentlichen Bereich gefordert ist, verfügt dieser Wasserspeicher über ein Sichtfenster und zusätzliche Beleuchtung, so dass der Innenraum sehr gut und einfach von außen inspiziert werden kann. Dank der Möglichkeit, das anfallende Schmutzwasser auch in den Abwasserkanal abzuleiten, wird die Filteranlage weniger belastet. Letztendlich ist die erforderliche Grundreinigung, die regelmäßig stattfinden sollte, mit wesentlich geringerem Aufwand verbunden. Auch von Vorteil: Der selfclean kann über eine Steuerung in die Badewasseraufbereitungstechnik so integriert werden, dass ähnlich wie bei der Filterspülung die Spül- und Desinfektionsintervalle voreingestellt werden können.
Hergestellt wird der Wasserspeicher aus hochbeständigem und badewassergeeignetem Polypropylen, ein Kunststoff mit einer sehr glatten Oberfläche, an der Schmutzstoffe nur schlecht anhaften können. Zwei Polypropylenplatten sind miteinander verschweißt. Die Luft zwischen den Platten wirkt hoch wärmedämmend, so dass die Wärme des Badewassers nicht nach außen abstrahlen kann und der Technikraum unnötig erwärmt wird. Die Wärmeverluste sind so deutlich reduziert. So hat die Konstruktion des Behälters auch einen energiesparenden Effekt.