Warmluftbäder in ihren verschiedenen Varianten und Ausprägungen stellen die älteste Form des Badens dar. Vor allem Dampfbäder gewinnen immer mehr Anhänger.

Planungstipps für Dampfbäder

Bei den Warm- und Heißluftbädern ist zu differenzieren zwischen massiv gebauten oder mit Holz oder anderen leichten Materialien errichteten Baderäumen. Alle die Räume, die mit einer moderaten Temperatur betrieben werden bei gleichzeitig hoher Feuchtigkeits- und Wasserbelastung, sind Räume, die üblicherweise mit einer Innenauskleidung aus keramischen Materialien, Natursteinen oder auch Mosaiken ausgestaltet werden.

Bei der Gestaltung von Wellnessräumen ist vor allem Kreativität gefragt. Dabei hat es sich bewährt, um einen zentralen Bereich herum die Hauptfunktionsbereiche anzuordnen. Bei diesem zentralen Bereich kann es sich um ein Schwimmbad, einen Whirlpool oder einen zentralen Ruheraum handeln. Ob die Anordnung nun im Rund erfolgt oder mit linearer Ausrichtung, ist dabei zweitrangig. Entscheidend sind die Optik und Haptik der sichtbaren Oberflächen.

Unabhängig von der Bauform, ob quadratische, rechteckige, runde oder ovale Baukörper mit einem Dachabschluss in Kuppelform, als Zeltdach, Tunneldach, Pultdach oder als Kreuzgewölbe erstellt werden, sollte ein harmonisches Gesamtkonzept entstehen. Diese Vielzahl der verschiedenen möglichen Grundformen und Dachformen ist heute mit industriell vorgefertigten Elementen leicht und schnell ausführbar und vor allem zeitlich im Bauablauf exakt planbar. Und der Planer kann mit diesem Materialangebot seiner Phantasie nahezu freien Lauf lassen. Jede noch so ausgefallene Form, die dem vorgesehenen Charakter der Anlage einen unverwechselbaren Ausdruck verleihen soll, lässt sich durch vorgefertigte Elemente ausführen.

Aber nicht nur die Hülle des Dampf- und Warmbaderaums ist entscheidend, sondern von Bedeutung sind auch die verschiedenen Einbauten und Einbauteile gestalterischer und technischer Art: Sitze, Liegen, Bodenabläufe, Wasserzuführungssystem, Dampfaus- und Dampfzutritt, kontrollierte Abluft- und Zulufttechnik. Die Abluft- und Zuluftsysteme haben in Kombination mit dem zugeführten Wasserdampf die Aufgabe, die Temperatur im Dampfraum so zu regeln, dass ständig nicht nur 100 % rel. Luftfeuchte, sondern die Feuchte auch in Form fein verteilter Wassertropfen, dem Nebel, sichtbar ist.


Der Eintritt des Dampfes in die Kabine hat so zu erfolgen, dass die Badenden nicht zu schaden kommen können. Gegebenenfalls ist ein mechanischer Schutz vorzusehen, oder der Dampfaustritt ist so zu wählen, dass der Wasserdampf aus einem Brunnen in der Mitte des Raumes austritt. Grundsätzlich gilt, der Dampf sollte im unteren Drittel der Kabine zugeführt werden. Dadurch lässt sich ein deutlich besseres Dampfbild in der Kabine erzeugen. Zur technischen Ausstattung gehören ein Dampfgenerator, den es in unterschiedlichen Ausführungen und Leistungsklassen gibt, Duftstoffpumpen und die erforderliche Steuerungstechnik.

Was die Dimensionierung und Gestaltung der Sitzbänke in Dampfräumen betrifft, so ist davon abzuraten, die Sitzflächen mit einem Gefälle nach hinten zu errichten. Besser ist ein leichtes Gefälle nach vorn, um stehendes Wasser im Bereich der Sitzbänke zu vermeiden. Wichtig ist auch ausreichender Platz zum Sitzen für den einzelnen Gast: sowohl in der Tiefe (ca. 45 cm) als auch in der Breite (80 cm). Aus Sicherheitsgründen darf die Tür eines Dampfbades nur nach außen geöffnet werden. Sie soll ebenfalls kein verriegelbares Schloss haben, keine Türschwelle und eine Unterlüftung von 20 bis 30 cm als zusätzliche Zwangslüftung aufweisen.

Auch dem Dach und seiner Form als oberen Abschluss eines Dampfbades ist besondere Aufmerksamkeit zu schenken: Das Dach sollte innenseitig immer ein Gefälle aufweisen, so dass das Kondenswasser zur Seite hin abgeführt wird. Eine zusätzliche gewisse Rauhigkeit von Dachoberflächen trägt dazu bei, dass die Wassertropfen klein bleiben. Der Innenraum eines Dampfbades sollte aus thermischen Gründen nicht höher als 260 cm geplant werden, um noch eine einigermaßen vertretbare Temperaturverteilung gewährleisten zu können.

Alle in das Dach integrierten elektrischen Einbauteile müssen natürlich gegen Feuchtigkeit geschützt sein (IP 65) und dicht in das System der Dampfbremse eingebaut werden. Gerade bei Dampfräumen ist wegen der physikalischen Bedingungen, d.h. 100 % rel. Luftfeuchte und eine im Vergleich zu Wohnräumen hohe Temperatur, absolut notwendig, eine wirksame Dampfbremse auf der Rauminnenseite vorzusehen. Diese Dampfbremse ist so zu dimensionieren, dass eine diffusionsäquivalente Luftschichtdicke von 50 m erreicht wird. Im Falle des Daches bieten sich spezielle Beschichtungen an, die direkt als sichtbare Oberflächen genutzt werden können und gleichzeitig die erforderliche Dichtigkeit gegen Wasserdampfdiffusion aufweisen. Da solche Dächer vorproduziert werden können, ist es natürlich nahe liegend, die Größe so zu wählen, dass es als „einteiliges“ Dach hergestellt und angeliefert werden kann. Ansonsten ist eine sinnvolle Teilung des Daches notwendig, was allerdings zur Folge hat, dass die ausführende Fachfirma dafür Sorge tragen muss, dass die Verbindung der Teile absolut dicht ausgeführt wird.

Um eine entspannte Atmosphäre in einem Dampfbad genießen zu können, ist auch eine geeignete Lichttechnik erforderlich, die in Form von Glaslichtleitern als so genannter „Sternenhimmel“ hergestellt werden kann. Eine immer häufiger zu findende Alternative ist der Einbau von LED-Leuchten, die verschiedenen Farben auch im Wechsel emittieren können. Da diese Leuchten in der Regel ein recht schwaches Licht erzeugen, sind zusätzliche Reinigungsleuchten erforderlich. Meistens kommen Halogenleuchten zum Einsatz, die natürlich für den Feuchtebereich zugelassen sein müssen. 

Sandra Böhmer*
(www.wedi.de)