Schwimmbäder haben längst ihr Image als Energieschleudern abgelegt. Wenn der Pool in ein modernes Gebäudemanagement-
system eingebunden wird, kann er komplett mit regenerativen Energien betrieben werden.

Moderne Heizsysteme für den Pool

Dem energiebewussten Bauherrn werden vielfältige Möglichkeiten geboten, um das Schwimmbad ohne den Einsatz fossiler Energieträger zu betreiben. Heute ist es sogar möglich, das Wohnhaus inklusive angeschlossenem Schwimmbad dank hochwertiger Technik und einem effizienten Energiemanagementsystem zu ganz geringen Betriebskosten zu betreiben.

Dem privaten Bauherrn wird nicht einfach nur eine Technik angeboten, sondern ein aufeinander abgestimmtes System verschiedener Komponenten. Der Bogen im Bereich der regenerativen Energiesysteme ist dabei weit gespannt und reicht von Kollektoren über Photovoltaikanlagen bis hin zu Solarthermie-Systemen. Die klassischen Absorbermatten sind seit vielen Jahren in der Schwimmbadbranche im Gebrauch und haben auch nach wie vor ihre Berechtigung, wenn es um die Beheizung von einfachen Außenbädern geht. Moderne Lösungen im Bereich der Energietechnik greifen jedoch deutlich weiter und binden den Pool dank intelligenter Energiemanagementsysteme in ein Heizkonzept mit ein.

Solarkollektoren sind im Gegensatz zu den Absorbern ganzjährig im Betrieb. In einem Gehäuse unter einer Glasscheibe befindet sich ein Kupferabsorber mit einem Kupferrohr für die Trägerflüssigkeit. Im Markt kommen sowohl Flachkollektoren als auch Vakuum-Röhrenkollektoren zum Einsatz, die aus mehreren parallel angeordneten Glasröhren bestehen. In der inneren Glas- oder Kupferröhre zirkuliert die Wärmeträgerflüssigkeit, welche die Sonnenenergie aufnimmt. Die Kollektoren können auch bei bedecktem Himmel das diffuse Licht in Wärme umwandeln.

Eine interessante solare Energietechnik ist die Photovoltaik. Darunter versteht man die direkte Umwandlung von Lichtenergie in elektrische Energie mittels Solarzellen. Der Name leitet sich aus dem altgriechischen Substantiv „phos“ für Licht und Volt für die elektrische Spannung ab. Eine Photovoltaik-Anlage auf dem Dach benötigt ca. 8 bis 9 m2 Fläche pro Kilowatt Leistung. Zu einem Standardpaket gehören neben den Modulen auch Wechselrichter, Montage und Netzanschluss. Vorteil für den Bauherrn: Er spart konventionelle Energie und verdient bei der Einspeisung sogar noch Geld, obwohl die Einspeisevergütungen stark abgesenkt wurden.

Wesentlich an Bedeutung gewonnen haben in jüngster Zeit die Solarthermie-Anlagen. Unter Solarthermie versteht man die Umwandlung der Sonnenenergie in nutzbare thermische Energie. Sie wird vorrangig im Rahmen der Gebäudeheizung und -klimatisierung eingesetzt. In Verbindung mit einer guten Wärmedämmung und der guten passiven Nutzung der solaren Einstrahlung geht der Bedarf an zusätzlicher Heizenergie nahezu auf Null. Typische Beispiele für eine passive Nutzung der Sonneneinstrahlung sind das Gewächshaus und der Wintergarten. Ein ähnlicher Effekt lässt sich durch Absorberwandflächen erreichen, an denen das Sonnenlicht hinter einer transparenten Dämmmaterialschicht auf eine schwarze Absorberfläche trifft und so die Wand aufheizt. Diese passiven Techniken finden bereits vielfach in der Solararchitektur Anwendung. Moderne Gebäude weisen heute oft eine vollverglaste Außenfassade auf, die einen Überschuss an Wärmeenergie produzieren.

Das bedeutet: Bauherrn können auf fossile Energieträger verzichten und ihr Wohngebäude inklusive Schwimmbad komplett mit regenerativen Energien betreiben. Die gewonnene Wärme wird in einem Heizungsspeicher abgelegt und den verschiedenen Energieverbrauchern zur Verfügung gestellt. Diese Solarthermie-Anlage wird dann häufig mit anderen Energieträgern kombiniert, beispielsweise mit einer Wärmepumpe. Ein intelligentes Energiemanagementsystem verteilt die Wärme dann auf die einzelnen Verbraucher. Eine Lösung für einen Neubau ist beispielsweise eine Kombination aus Erdwärmebohrung und Wärmepumpe mit Solarkollektoren.

Richtiges Energiemanagement ist der Schlüssel für die Energieeffizienz des Systems. Ein Plus-Energiehaus produziert Strom und Wärme und managt sowohl die Zwischenlagerung als auch die einzelnen Verbraucher. Dabei hat das Schwimmbad ebenfalls einen so hohen energieeffizienten Standard, dass der Strom- und Energiebedarf ebenfalls minimal ist, dass dieser über die regenerativen Energieproduzenten gedeckt werden kann. Über Wärmetauscher ist der Pool mit dem Speichersystem verbunden und bezieht von dort die notwendige Wärme.

Eine ebenso effiziente Technik ist die Kraftwärmekopplung. Von der Effizienz her ist sie jedem Großkraftwerk überlegen. In einem Kraftwerk wird die Kraft der Turbinen in Strom und Wärme umgewandelt. Negativer Effekt: Die anfallende Wärme wird einfach vernichtet. Die Wärme, die hier vernichtet wird, würde ausreichen, um ganz Deutschland Monate lang zu beheizen – einschließlich aller Schwimmbäder. Ein Blockheizkraftwerk dagegen kommt auf eine Verwertung von 96 %. In dieses Kleinkraftwerk wird Brennstoff hineingesteckt, daraus wird 30 % Strom gemacht und 66 % Wärme, die in den Wärmespeicher geht. Nun hat das noch einen Haken: Im Durchschnitt wird deutlich mehr Strom erzeugt, als man eigentlich braucht. Dieser kann aber ins öffentliche Netz eingespeist werden, d.h. der eingespeiste Strom wird vergütet. Dies rechnet sich immer noch, auch wenn die Einspeisevergütungen gekürzt wurden. Für den Hausbesitzer eine vorteilhafte Sache: Vom Strom, den man selbst produziert, wird ein Drittel selbst verwendet und zwei Drittel an den Versorger verkauft. Mit der erzeugten Wärme werden das Haus und der Pool beheizt. Der Einsatz fossiler Brennstoffe ist damit überflüssig.

Das bedeutet: Das System einer modernen Gebäudetechnik bezieht das Schwimmbad mit ein. Zusätzlicher Wärmebedarf fällt für das Schwimmbad nicht an. Für den Bauherrn heißt das: Er spart nicht nur konventionelle Energie ein, sondern er gewinnt auch Energie, die er für den Betrieb des Schwimmbades verwenden kann.