Schwimmbäder sind heute ohne gute Scheinwerfer nicht mehr denkbar. Gerade LED-Leuchten haben in den vergangenen Jahren den Markt erobert. Moderne LED-Scheinwerfer inszenieren den Pool und setzen ihn gekonnt in Szene.

Die Stimmungsmacher

Schon seit Jahrhunderten wissen wir: Licht und als Gegenpart natürlich auch die Dunkelheit beeinflussen die Stimmung des Menschen in dramatischer Weise. Wenn die Sonne scheint, ist man gut gelaunt und kommt beschwingt durch den Tag. Schlechtes Wetter, dunkle Tage im Winter, bei denen kein Sonnenstrahl die Wolkendecke durchdringt, schlagen aufs Gemüt. Das Licht macht den Unterschied. Es sorgt für gute Stimmung, lässt alle Dinge im wahrsten Sinne des Wortes in einem positiven Licht erscheinen.

Das gilt auch fürs heimische Schwimmbad. Nach Einbruch der Dunkelheit wird der Pool zu einer dunklen, unheimlichen Wasserfläche. Erst die Scheinwerfer inszenieren ihn in einem ganz neuen Glanz. Er wird zum strahlenden Mittelpunkt des Gartens. Wasserfläche und Umgebung werden neu inszeniert. Geheimnisvoll, faszinierend und stimmungsvoll. Ein Pool ist ein ausgezeichnetes Fitnessstudio. Aber ein beleuchteter Pool ist viel mehr. Er ist Entspannungsoase für Körper und Seele, aber auch ein stylischer Hingucker und der ideale Ort für Gartenpartys oder auch romantische Stunden zu zweit.

Was sind LEDs? LED steht für Light Emitting Diode. Das Licht wird hier nicht durch einen Glühdraht erzeugt wie bei herkömmlichen Lampen, sondern durch die Elektroluminiszenz. Auf ihrem Weg durch die Diode ändern die Elektroden den Energiezustand und Photonen werden freigesetzt. Anders als Glühlampen sind Leuchtdioden keine Temperaturstrahler. Sie emittieren Licht in einem begrenzten Spektralbereich. Die photometrische Einheit des Lichtstroms wird in Lumen gemessen, die LED-Kennwerte in Lumen pro Watt. Durch das Fehlen von Infrarot wird mehr Energie in sichtbares Licht umgewandelt als bei einer herkömmlichen Glühbirne. Bei einer normalen Glühlampe gehen dagegen 90 % der Energie als Wärme für die Beleuchtung verloren. Weiße LEDs erreichen heute eine Lichtausbeute von mehr als 100 lm/W. Damit liegen sie von der Lichtausbeute her über der von Glüh- und Halogenlampen und gleichauf mit Leuchtstofflampen. Und selbst farbige LED-RGBs bieten ebenfalls eine hohe Energieeffizienz. Wurden sie früher meist für dekorative Anwendungen und für Farbenspiele eingesetzt, weniger für die Pool- und Raumbeleuchtung, sind sie heute mühelos in der Lage, das komplette Schwimmbecken und den Raum auszuleuchten.

 

Moderne LED-Scheinwerfer lassen das Poolwasser in allen erdenklichen Farben erstrahlen. Die Scheinwerfer punkten nicht nur als Gute-Laune-Garanten, sondern auch als energieeffiziente Lichtgeber. LED-RGB-Leuchten haben gegenüber älteren Scheinwerfern drei wesentliche Vorteile: Sie bringen Farbe in den Pool, verbrauchen rund 80 % weniger Energie und enthalten keine Giftstoffe wie zum Beispiel Quecksilber.

Ein weiterer Vorteil der LEDs ist ihre geringe Leistungsaufnahme. Auch wenn sie 24 Stunden am Tag brennen, entstehen Stromkosten von nur wenigen Euros pro Jahr. Und sie bieten eine wesentlich längere Lebensdauer als Glüh- und Halogenlampen. Diese liegt im Durchschnitt bei ca. 50.000 Stunden. Entsprechend seltener brauchen sie ausgetauscht zu werden, was gleichfalls der Betriebskostenbilanz zu gute kommt. Dank der geringen Einbaumaße von wenigen Millimetern sind sie außerdem hervorragend in Böden und Wände und spezielle Gehäuseformen integrierbar. Ein weiterer Vorteil: Früher hatten LEDs nur einen sehr eingeschränkten Lichtkegel, da sie im Scheinwerfer sehr weit hinten saßen. Die neuen LEDs sind dagegen flach und rücken dicht an die Scheibe vor. Deshalb haben sie einen breiteren Ausstrahlungswinkel, was die Ausleuchtung des Pools wesentlich erleichtert.

 

Leuchtdioden kommen in unterschiedlichen Bauformen zum Einsatz. Diese reichen von Kunststoff- bis hin zu Glas- und Metallgehäusen. Letztere werden verstärkt bei lichtstarken LEDs verwendet. Durch Verwendung von Linsen wird die Strahlungsleistung noch stärker gebündelt. Deren Ansteuerung erfolgt mit konstantem Strom wie zum Beispiel 350 mA, 700 mA oder 1.000 mA. Die Leistung beträgt dann bei 350 mA 2 W, 700 mA 3 W und 1.000 mA ca. 3,5 W. Für den Einsatz von LED-Leuchten in Schwimmbädern ist eine 12 V Schutzkleinspannung genauso vorgeschrieben wie eine VDE-gerechte Potentialtrennung der einzelnen Vorschaltgeräte. Die Leuchten müssen der Laserklasse 1, das heißt ungefährlich für das menschliche Auge, entsprechen. Weitere Kennzeichen sind ein UV-beständiger Schutzlack auf den Bauteilen der Platine gegen Korrosion und Feuchtigkeit sowie die Stromregelung der LEDs direkt am Strahler.

Ein zentraler Punkt, damit diese Technik funktioniert, ist die Steuereinheit. Diese erkennt selbstständig, ob es sich um einen weißen oder um einen RGB-Scheinwerfer handelt. Über die Steuerung kann der Besitzer und Betreiber bestimmen, welcher davon im Becken farbig und welcher weiß leuchten soll. Das heißt, jeder einzelne Scheinwerfer kann einzeln angesteuert und in seiner Leistung reguliert werden. Dank eines BUS-Systems können beliebig viele miteinander verbunden werden.

Die heutige LED-Scheinwerfertechnologie bietet zahlreiche Möglichkeiten, um mit unterschiedlichen LEDs den Pool in Szene zu setzen: So werden Attraktionen beispielsweise mit so genannten Stripes beleuchtet: Etwa der Wasservorhang, der aus dem Maul einer Schwalldusche fällt. Oder Luftsprudeldüsen, deren aufperlender Wasserstrom mit wechselnden Farben angeleuchtet wird. Wenn es sich um einen aufwendig konstruierten Pool handelt mit Whirlnische, Sprudelrotunde oder separatem Attraktionsteil, dann können diese speziellen Bereiche jeweils separat durch RGB-Scheinwerfer in Szene gesetzt werden.

Viele LEDs der neuen Generation verfügen über eine moderne elektronische Steuerung, die dem Anwender zahlreiche Möglichkeiten eröffnet: anwählbare Farbsequenzen und Farbabläufe sowie Speicherung bestimmter Lieblingsfarben, Steuerung über DMX und eine Funkfernbedienung, Speicherung von LED-Parametern sowie die Synchronisation einzelner Vorschaltgeräte. Bei DMX findet eine Datenübertragung vom Steuergerät zum Scheinwerfer statt, wie es beispielsweise auch bei der Show- und Bühnentechnik üblich ist. Damit können bestimmte Lichtszenarien einprogrammiert und über eine grafische Oberfläche angesteuert werden. Die Einstellung der RGB-Farben, die Helligkeit oder die Geschwindigkeit des Farbwechsels lassen sich direkt am Steuergerät vornehmen. Eine Anbindung an die Gebäudeleittechnik ist ebenfalls möglich. Dies zeigt: LED-Leuchten bieten ein enormes Potential, um den Pool attraktiv in Szene zu setzen.