Kunststoffbecken haben viele Produktvorteile gegenüber dem konventionellen Beckenbau. Egal ob Einstückbecken oder Segmentbauweise: Die Vorproduktion im Werk reduziert die Zahl der Fehlerquellen und erlaubt einen schnelleren Ablauf an der Baustelle. Dies spart Zeit, Geld und Nerven.

HANDWERKS.TRADITION

Am häufigsten findet man in Deutschland die so genannten Polyesterbecken, gewissermaßen die Klassiker unter den Kunststoffbecken. Polyesterbecken haben in Deutschland einen stabilen Marktanteil. Eigentlich heißen sie ja korrekterweise GFK-Becken. Denn dies ist das Material: Glasfaserverstärkter Kunststoff, wie er nicht nur für Schwimmbecken, sondern zum Beispiel auch beim Bootsbau und für verschiedene andere Bereiche verwendet wird.

Was die Konstruktion der Schwimmbecken betrifft, so gibt es natürlich von Hersteller zu Hersteller ein paar Unterschiede. Allen gemeinsam ist, dass die Becken aus mehreren Lagen aufgebaut werden, der Kern aus einem glasfaserverstärkten Kunstharz besteht, eingepackt in eine Hartschaumisolierung an den Wänden und am Boden. Die Ausstattung reicht, genau wie bei anderen Pools auch, von den verschiedensten Treppenformen über Nischen, Wasserattraktionen bis zu Überlaufrinnen und Formteilen. Die klassischen Verarbeitungsmethoden, das heißt Handlaminieren und Aufspritzen der Glasfasern, die in den vergangenen Jahren immer weiter verfeinert wurden, erlauben dank der sicheren Herstellung, preiswerter Rohstoffe und einfacher Werkzeuge eine kostengünstige Fertigung selbst komplexer Formteile. Die wasserseitige Oberfläche ist durchgefärbt und UV-geschützt bei rückseitiger wasserdichter Versiegelung. Viele Stunden härtet das Material im Temperofen aus, bis es die gewünschte Widerstandsfähigkeit entwickelt hat. Das Material ist erprobt und beständig bei Wassertemperaturen bis zu 34° Celsius.


Am Anfang steht immer eine Form, die ein Muster für die jeweilige Baureihe ist. Da die Beckenoberfläche absolut glatt und dicht sein muss, wird die Innenfläche der Form gewachst. Das Wachs glättet zusätzlich und sorgt dafür, dass das Polyesterteil nicht an der Form festklebt. Auf die von jedem Stäubchen befreite Wachsschicht wird die erste Schicht des neuen Beckenteils gespritzt. Die erste Gelcoatschicht, die aufgetragen wird, besteht aus einem Hydrolyse beständigen Harz mit einer Pigmentbeimischung. Diese eingefärbte Gelcoatschicht wird im Temperraum vorgetempert, damit sie etwas anhärtet, ehe die erste Glasfasermatte aufgespritzt wird. Dabei hat die erste Glasfaserschicht noch ein sehr dünnes Gewebe, das sich leicht den Ecken und Rundungen anpasst. Jede der nächsten Matten, die jetzt etwas dicker sind, wird aufgerollt und mit Harz getränkt. So wird eine Lage nach der anderen aufgetragen bis zur letzten Schicht, das Topcoat, ein sehr hochwertiges Harz, das den Abschluss bildet. Nach der Schlussschicht bleibt das Beckenteil auf der Form und wird dann abgenommen.

Neben den Polyesterbecken werden seit vielen Jahren in Deutschland auch Schwimmbecken aus PVC-hart angeboten. PVC als Baumaterial hat sich seit Jahrzehnten wegen seiner Langlebigkeit und Beständigkeit gegenüber aggressiven Materialien bewährt. So wird das PVC für den Schwimmbeckenbau, das noch einmal eine wesentlich höhere Güteklasse hat als herkömmliches PVC, gerne auch bei aggressiven Wässern wie zum Beispiel Sole verwendet. Aus den PVC-Platten werden Becken aus einem Stück oder als Segmentbecken produziert. Dabei wird die Länge praktisch nur von der Transportfähigkeit durch den LKW limitiert. So werden Becken, wenn es die Situation erfordert, auch in mehreren Teilen produziert, an die Baustelle angeliefert und erst dort zusammengebaut, was übrigens bei vielen Polyesterbecken auch geht.


PVC-Becken sind keine Produkte von der Stange. Jedes Becken wird auftragsbezogen nach Zeichnung gefertigt. Erst nach Kundenfreigabe und Unterschrift durch den Bauherrn wird der Pool streng nach Plan gefertigt. Der Aufbau des Beckens sieht so aus: Wasserseitig befindet sich die PVC-Platte, dann kommt eine GFK-Beschichtung, deren Stärke abhängig ist von der statischen Belastung. Alle Eckbereiche sind stärker ausgebildet, weil hier auch die Belastung am höchsten ist. Danach folgt eine Stahlarmierung in Form von Rechteck-Profilen, die je nach den statischen Gegebenheiten angebracht werden. Unter der Überlaufrinne, die aus einem Guss aus der PVC-Platte herausgearbeitet wird, sitzt beispielsweise immer ein Flacheisen, das die Rinne zusätzlich stützt. Und als letztes wird dann die Isolierung aufgetragen: Pulyurethanschaum mit GFK-Beschichtung. Auch Einbauteile, Sprudelplatten, Einläufe etc. werden direkt in PVC und in gleicher Beckenfarbe eingesetzt. Diese werden als festes Element eingebaut, so dass eine absolute Dichtigkeit des Beckens gegeben ist. Die Becken bekommen in der Regel eine Unterkonstruktion, so dass sich die Abschlussarbeiten am Beckenkörper leichter bewerkstelligen lassen. Meist handelt es sich um freitragende Konstruktionen, das heißt das Becken braucht keine Hinterfüllung. Egal, ob es jetzt auf Füßen oder flach aufsteht: Es wird immer auf eine Betonplatte aufgesetzt, die unbedingt planeben sein muss. Falls Stahlfüße vorgesehen sind, kann der Beckenkörper auch im Nachhinein ausjustiert werden, was von Vorteil bei Untergrundsetzungen ist. Und alle wichtigen Teile des Beckens sind im Unterbau zu erreichen.

Ein weiterer Kunststoff, aus dem seit einigen Jahren Schwimmbecken gebaut werden, ist das Polypropylen. Dieser gehört, genauso wie das PVC, zur Familie der Thermoplaste, ist also leicht form-, wiederverwend- und schweißbar. Die Stärken des Materials liegen darüber hinaus in der glatten widerstandsfähigen Oberfläche, seine Flexibilität und der gleichbleibenden Färbung. Beschädigungen lassen sich leicht reparieren. Die schadhafte Stelle wird herausgetrennt und durch ein neues Stück ersetzt, das eingeschweißt wird. Nach einer Politur der Oberfläche ist die Stelle nicht mehr zu erkennen.

Schwimmbecken aus Polypropylen werden, wie die anderen Kunststoffbecken auch, sowohl als Einstück- als auch als Segmentbecken angeboten. Die Wandstärken reichen von  6 bis 15 mm. Einstückbecken werden klassisch im Werk produziert, auf die Baustelle transportiert und eingebaut. Entscheidet sich der Kunde für ein Segmentbecken, so werden die Segmente auf der Baustelle aufgestellt und nach Zeichnung ausgerichtet. Danach werden die Teile miteinander verschweißt und die nicht im Werk montierten Einbauteile eingebracht. Sind die Einbauten drin, muss das Becken verspannt werden, um beim anschließenden Hinterfüllen keine maßlichen Veränderungen zu bekommen. So können die Becken in Form, Breite und Länge individuell gebaut werden, wobei auch ausgefallene Sonderwünsche wie Formen und Winkel kein Problem sind.