Schwimmbad-Dichtungsbahnen, kurz Folien genannt, sind seit Jahrzehnten ein bewährtes Material zur Auskleidung und Abdichtung von Schwimmbecken.

Folien: Flexibel für jede Beckenform

Dichtungsbahnen aus Kunststoff, meist nur kurz Folien genannt, gehören zu den preisgünstigen und langjährig bewährten Möglichkeiten, ein Schwimmbecken auszukleiden und damit auch abzudichten. Die Folien sind preisgünstiger als andere Auskleidungen und sie sind schnell verlegt. Ein 8 x 4 m Becken ist etwa in einem Tag ausgekleidet. Für Treppen und Einbauteile ist noch ein weiterer Tag zu veranschlagen. Ein weiterer Vorteil: Schwimmbecken aus wasserundurchlässigem Beton sind frostempfindlich, Folien nicht.

Die Bahnen werden meist in einer Stärke 0,8 und 1,5 mm angeboten. Im Prinzip kann damit jeder statisch einwandfreie Beckenkörper ausgekleidet werden. Denn die Folie passt sich leicht der jeweiligen Beckenform an. Die Methode ist deshalb auch für Freiformbecken geeignet. Außerdem wird sie gerne bei Sanierungen eingesetzt, denn sie kann leicht in bestehende Becken eingebracht werden. Der vorhandene Untergrund muss dazu nicht einmal entfernt werden. Schnell ist so das alte Becken wieder dicht und einsatzfähig. Der Untergrund braucht gar nicht wasserdicht zu sein, sondern nur statisch tragend und trocken. Die Folie an sich ist wasserdicht, vorausgesetzt natürlich, sie ist richtig und fachgerecht verlegt. Das Material wird bahnenweise mit einem Industriefön oder einem Schweißautomaten an der Baustelle im Heißluftverfahren verschweißt. Die Dichtungsbahn dichtet dann gegen das von innen drückende Wasser ab.

Die Dichtungsbahnen werden am Beckenkopf befestigt und die Bodenbahnen durch Ausbildung einer Hohlkehle an die Wandbahnen angeschweißt. Das Anbringen der Folie an den Beckenkopf stellt dabei kein Problem dar: Sie wird meist an ein Verbundblech angeschweißt. Darauf kann dann, wenn gewünscht, eine Rinne aufgesetzt werden. Dabei spielt es keine Rolle, um welche Art von Rinne es sich handelt, also ob sie aus Kunststoff, Edelstahl, Keramik oder Beton ist. Darüber hinaus ist es auch üblich, die Rinne komplett mit der Folie auszukleiden. Bei formschönen Keramikrinnen kann sie auch unter der Rinne hindurchgezogen werden. Durch den Wasserdruck wird die Bahn an den Beckenkörper angepresst. Die Folie macht auch Setzungen des Untergrundes bis zu einem gewissen Grad mit.

Häufig gibt es Bedenken, was die Chlorbeständigkeit der Folien betrifft. Festzuhalten ist: Die Folien der Markenhersteller sind chlorbeständig und auch für chlorfreie Pflegemittel geeignet. Wichtig ist aber auch, dass sie in der richtigen, vom Hersteller vorgeschriebenen Konzentration dosiert werden. Überdosierung führt zu einem Ausbleichen der Folien, Unterdosierung begünstigt Pilz- und Algenbildung. Die üblichen Wassertemperaturen von 28 bis 30° C hält sie klaglos aus. Dauerhaft sollten sie jedoch nicht über 34° C liegen.

Natürlich ist über die Jahre ein gewisses Ausbleichen festzustellen. Für starke Ausbleichungen ist aber meist eine zu starke Chlorkonzentration verantwortlich. Auf jeden Fall sollte die Wasserpflege sorgfältig durchgeführt werden, das heißt das ein guter Filter verwendet wird, dieser über mehrere Stunden am Tag läuft, die Durchströmung des Beckens richtig funktioniert und das Pflegemittel nach Vorschrift und in der richtigen Konzentration zudosiert wird. Auch eine Stoßchlorung verträgt die Folie problemlos.


Zu den Dingen, die vermieden werden sollten, gehört auch, eine Chlortablette einfach ins Becken zu werfen. Denn dies führt unweigerlich zu Flecken auf der Folie, die auch durch Reinigungsmittel nicht mehr zu entfernen sind. Wenn tatsächlich Flecken entstanden sind, die nicht mehr weggehen, wird die Folie an dieser Stelle aufgeschnitten und durch ein neues Stück ersetzt. Natürlich sieht man bei älteren Folien den Farbunterschied. Eine andere Möglichkeit ist deshalb, an dieser Stelle eine Applikation aufzubringen wie zum Beispiel einen Fisch, ein Wappen oder ähnliches. Generell ist es möglich, neben den Standardbahnen auch Sonderanfertigungen in bestimmten Farben und Ausführungen zu bekommen. Applikationen wie Sternzeichen, Familienwappen etc. sind auf Kundenwunsch auch machbar. Darüber hinaus gibt’s die Folien in rutschhemmender Ausführung, was häufig im Treppenbereich gewünscht wird.

Flecken können allerdings auch dann entstehen, wenn sich Feuchtigkeit hinter der Folie befindet. Dies kann mehrere Ursachen haben. Zum einen kann Feuchtigkeit aus dem umgebenden Erdreich bis zur Folie vordringen. Dann ist der Beckenkörper nicht richtig abgedichtet. Zum anderen kann es sich aber auch um Beckenwasser selbst handeln. Zum einen, weil die Folie undicht geworden ist. Dann muss nach dem Leck gesucht und dieses wieder abgedichtet werden. Eine andere Ursache kann Wasserdampf sein, der durch die Folie durchgedrungen ist. Das ist ein natürlicher Vorgang, ohne dass dadurch die Bahn beschädigt ist. Die Menge ist aber minimal und beträgt bei einem 8 x 4 m Becken nicht mal einen 10 Liter Eimer im Vierteljahr. Trotzdem ist ganz generell gesehen Wasser hinter der Folie unerwünscht. Um dem vorzubeugen, empfiehlt es sich, einen so genannten Sekundärablauf zwischen Beckenkörper und Dichtungsbahn einzubauen. Das als Trennlage eingesetzte Vlies fungiert dann als Drainageschicht.  

Was die Reinigung der Bahnen betrifft, so erfolgt diese jeweils im Frühjahr, wenn der Pool wieder in Betrieb genommen wird. Das Wasser bleibt meistens über Winter im Becken drin, wird im Frühjahr abgelassen, und die Folie kann mit einem hierfür empfohlenen Pflegemittel gereinigt werden.  Entweder mit Hochdruckreiniger oder mit Schlauch oder Bürste. Wichtig ist, dies jedes Frühjahr zu machen. Denn nach einem längeren Zeitraum sind die Beläge kaum noch zu entfernen.

Auch das Problem der Kalkausfällungen hat nichts mit den Folien zu tun, sondern hängt mit dem pH-Wert zusammen. Dieser sollte immer im Bereich von etwa 7 bis 7,4 gehalten werden. Wenn es doch zu Kalkproblemen kommt, kann man diese mit einem sauren Reiniger aus dem Fachhandel entfernen. Die Folien der Markenhersteller sind KSW-zertifiziert, d.h. sie sind als Kunststoffe für den Einsatz im Trinkwasserbereich deklariert und beeinflussen die Wasserqualität nicht.