Jedes Schwimmbecken kommt irgendwann einmal in die Jahre. Dann stellt sich die Frage: Genügen einfache Auffrischungsmaßnahmen, oder muss der Pool komplett saniert werden? Einige Sanierungsmethoden stellen wir hier vor.

Die richtige Frischzellenkur

Unabhängig um welche Beckenart es sich handelt: Verschiedene Methoden stehen zur Auswahl, um das Schwimmbad schnell und effektiv wieder instand zu setzen. Hier sind ein paar Varianten:

Polyesterbecken:

Verfärbungen auf der Oberfläche und poröse Stellen sind oft auf eine mangelnde Unterkonstruktion zurückzuführen. Das Becken ist deswegen noch lange nicht undicht, aber es sieht eben unschön aus. Wenn sich der Bauherr zu einer Sanierung entscheidet, muss die obere Schicht des Beckens sorgfältig so tief abgeschliffen werden, bis alle Flecken, Bläschen und sonstige Unansehnlichkeiten entfernt sind. Danach gibt es zwei Varianten zur Sanierung: Zum einen lassen sich ein neues Becken oder Beckenelemente in das alte einbauen. Vorteil: Die alten Anschlüsse sowie Zu- und Abläufe können noch verwendet werden. Das kann zum einen mit einem neuen Einstückbecken erfolgen, in dem das neue Becken in die alte Konstruktion hineingestellt wird. Falls dies aus baulichen oder sonstigen Gründen nicht machbar ist, können auch einzelne Polyesterteile als Segmente an die Baustelle angeliefert und dort zu einem Becken zusammengebaut werden.

Eine weitere Variante ist das Auftragen einer neuen Polyesterschicht auf das alte Becken. Die neue Oberfläche besteht aus einer porenfreien Kunststoff-Versiegelung. Der Pool wirkt dann wieder wie neu. Die Beschichtungen verbinden sich fest mit dem Untergrund, und die Wasserundurchlässigkeit ist wieder hergestellt. Jedes Becken kann so konturengenau beschichtet werden. Damit eine optimale Haftung des Untergrunds erreicht wird, muss der zu beschichtende Untergrund zuvor gereinigt, trocken und von allem Schmutz befreit sein. Außerdem sollte beim Verarbeiten die Temperatur des Untergrunds ca. 15° Celsius nicht unterschreiten.

Folienbecken:

Schwimmbadfolien halten, je nach Pflege, 20 Jahre und mehr. Mit den Jahren bleicht aber eine Folie durch die Sonne und die Wasserpflegemittel aus und wirkt nicht mehr so attraktiv. Das heißt aber nicht, dass sie defekt ist. Sollte letzteres der Fall sein oder prinzipiell die Entscheidung für eine neue Folie fallen, so lässt sich der Pool schnell und sauber mit der neuen Folie auskleiden. Bahnenweise wird der Beckenkörper ausgekleidet. Die Bahnen werden maßgenau durch Verschweißen miteinander verbunden.

So lassen sich übrigens auch alte Betonbecken wieder neu auffrischen. Zuerst werden die alten Einbauteile im Becken demontiert und durch neue Klemmflansche ersetzt. An die Flansche kann nämlich die neue Auskleidung problemlos angedichtet werden. Zuerst überspachtelt man die Fliesenfugen und schafft so eine glatte, ebene und verlegefähige Oberfläche. Dann werden die Wand- und Bodenflächen mit einem antimikrobiellen Wirkstoff behandelt. Auf dem Untergrund wird dann ein 3 bis 4 mm dickes Vlies als Schutz verlegt. Auf diesem Untergrund lässt sich dann die Folie sauber verlegen.

Betonbecken:

Zuerst werden die alten Fliesen abgeschlagen, dann der Beton auf Risse untersucht. Danach wird der Beton mit Dichtungsschlämmen oder Bitumenanstrichen behandelt. Eine weitere Möglichkeit ist die Behandlung mit Polysilikaten. In genauen Abständen wird der Beton angebohrt und die Bohrungen mit Schläuchen versehen, in das Material eingefüllt wird. Durch den Kapillarsog dringt es in den Beton ein, wo es entweder mit freien Zementanteilen verkieselt oder in Verbindung mit Luftsauerstoff in eine wasserunlösliche Verbindung übergeht. Dieses Verfahren wird meist dann angewandt, wenn eine genaue Lokalisierung der Undichtigkeit nicht gelungen ist.

Bei genau definierter Undichtigkeit empfiehlt sich die Versiegelung durch synthetische Harze: Epoxidharz oder Polyurethanharz. Bei nur geringer Rissbildung nimmt man einen auch in kleinste Hohlräume eindringenden Zweikomponentenharz. Dieser wird in die Risse gestrichen und der Streichvorgang solange wiederholt, bis kein Material mehr reingeht. Danach lässt man das Harz aushärten.

Tiefergehende Risse werden nach dem Injektionsprinzip saniert. Das heißt im Rissverlauf werden in Abständen Löcher gebohrt, in die Hohlschrauben mit Gummimantel eingesetzt werden. Der Mantel wird durch Konterschrauben fest gestaucht, um ein Herausrutschen zu verhindern. Dann wird in die Hohlschrauben das Injektionsharz unter hohem Druck eingepresst. Das dünnflüssige Harz füllt den Riss bis in die kleinsten Kapillaren aus und dichtet ihn ab. Voraussetzung ist allerdings, dass im Beton nur eine geringe Restfeuchte vorhanden ist. Nach der Harzinjektion erfolgt eine intensive Aufschäumung und Volumenvergrößerung des Materials. Da es sich aber im Beton nicht ausdehnen kann, liegt eine dichte und dauerhafte Versiegelung der Risse vor.