Früher waren Wärmestrahlungsbäder nur in öffentlichen Thermen oder Hotel-Spas zu finden. Dank standardisierter Technik werden die Kabinen heute auch für den privaten Wellnessbereich angeboten.

In sanfter Wärme eingehüllt

Sanfte Wärme umhüllt die Körper der Badenden. Gerade in den kalten Monaten ist der Aufenthalt in einer Wärmekabine eine große Wohltat. Der Körper wird langsam erwärmt, so dass man sich viel länger als in einer Sauna oder einem Dampfbad aufhalten kann.

Schon die Römer kannten das Prinzip der Wärmestrahlung. Das Funktionsprinzip der Römischen Therme beruhte auf der so genannten Hypokausten-Heizung. „Hypokausten“ bedeutet so viel wie Unterbrand. Die römische Zentralheizung bestand aus einem Ofen, der mit Holz beschickt wurde. Heiße Rauchgase strömten über Fußbodenkanäle und durch Hohlziegel oder Tonrohre in den Wänden. Über die gleichmäßige Beheizung der Raum umschließenden Flächen erreichte man eine angenehme, gleichmäßige Strahlungswärme, die den Raum und die Badenden einhüllte. Das Heizsystem ähnelt in gewisser Weise dem Kachelofen, wobei die Personen nicht davor sitzen, sondern praktisch mitten drin. Die gleichmäßige, sanfte Wärmeabgabe bewirkt ein verträgliches Temperaturniveau im Raum, das etwa 15° C unter der Temperatur der Wandoberflächen liegt, so dass bei den Badenden keine Erschöpfungserscheinungen auftreten, sondern im Gegenteil das vegetative Nervensystem stimuliert wird. Die Blutgefäße öffnen sich, und die Durchblutung ist deutlich intensiviert. Die Raumtemperatur liegt in den Wärmestrahlungsbädern in der Regel zwischen 40 und 60° C. Manchmal werden sie auch als Inhalationsbad mit Aromastoffen und geringer Dampfzugabe angeboten.

Selbstverständlich verwendet man heute nicht mehr die Hypokausten-Heizung der alten Römer. Um die Flächen des Raumes zu temperieren, gibt es verschiedene Heizsysteme wie z.B. korrosionsbeständige Heizmodule oder Heizmatten, die eine gleichmäßige Temperaturverteilung sicherstellen. Die Technik ist auch einfacher und zuverlässiger geworden. Entsprechend hat die Verbreitung von Wärmestrahlungsbädern in den letzten Jahren deutlich zugenommen. Vor allem in Thermen oder Hotel-Spas sind sie in vielfältiger Form zu finden. Aber auch für den privaten Wellnessbereich gibt es mittlerweile diverse Angebote. Denn bei den Wärmestrahlungsbädern werden vielfach standardisierte Kabinen für den Heimgebrauch angeboten. Was an die Römerzeit noch erinnert, sind die Namen der verschiedenen Bäder. Häufig sind sie als Tecaldarium, Caldarium, Tepidarium oder Laconium zu finden.

Was ihrer Verbreitung ebenfalls entgegenkommt: Die Kabinen gibt’s mittlerweile mit mehreren Badeformen. Außer der Wärmestrahlung verfügen manche Kabinen auch über eine Dampfbadfunktion. Eine gut funktionierende Steuerung macht es möglich: Dank entsprechender Dampfbadtechnik können die Kabinen zusätzlich mit Duftstoffen und Sole beschickt werden. So können die Kabinen sowohl als Schwitzbad, Regenerationsbad, Dampfbad und Soleinhalationsbad verwendet werden. Der Kunde hat nicht die Qual der Wahl, sondern die Freude an der Auswahl.