Bei den Saunakabinen der neuen Generation ist der Glasanteil erheblich gewachsen. Dies stellt an die Konstrukteure hohe Herausforderungen, was die Konstruktion der Kabinen, das Heizsystem und die Luftführung betrifft.

Saunen in anspruchsvollem Design

Gebäude und deren Räume transparent zu gestalten ist einer der wichtigen Trends in der Architektur. Große Glasflächen öffnen die Räume und lassen sie heller und sympathischer wirken. Diese Entwicklung setzt sich auch in der Inneneinrichtung fort. Glaselemente finden sich überall – auch im Saunabau. Bestand in der Vergangenheit die klassische Schwitzkabine, sieht man mal von der Türe ab, komplett aus Holz, bieten mittlerweile immer mehr Hersteller Kabinen mit einer oder zwei Glasfronten an. Der Vorteil ist wie bei anderen Räumen auch: Das Glas lässt den Raum größer und offener wirken und erlaubt den Personen in der Kabine den freien Ausblick in den Raum, in eine Schwimmhalle oder in den Garten.

Der Trend kommt nicht von ungefähr: Der Saunakabine ist es mittlerweile gelungen, die Kellerräume zu verlassen und in den unmittelbaren Wohnbereich einzuziehen. Entsprechend sind die Ansprüche gestiegen, was das Design der Kabinen betrifft. Im gehobenen Marktsegment spielt mittlerweile das Design eine überragende Rolle. Viel Glas, eine trendige puristische Gestaltung und der Mix aus Materialien sind wichtige Kriterien bei der Kabinengestaltung geworden. Die Sauna muss sich mittlerweile der Raumgestaltung anpassen können. Je mehr die Kabine in den Wohnbereich integriert wird, desto mehr wird sie auch zum Designobjekt. Nicht selten hat ein Innenarchitekt die Einrichtung geplant, und die Kabine hat sich diesem Umfeld anzupassen.
Gegner der Designkabinen argumentieren, dass wegen des hohen Glasanteils das Saunaklima leide. Deshalb sei der Einsatz von Glas bei der Kabinenkonstruktion zwar möglich, müsse aber im gesunden Verhältnis zum Anteil des Holzes stehen. Denn eine Wand aus Glas erhitze sich viel stärker als eine aus Holz, so dass die Hitze stärker reflektiert und unangenehmer empfunden werde.
Dieses Argument wird von den Herstellern der Designkabinen vehement bestritten. In den Kabinen mit hohem Glasanteil könne genauso eine Wohlfühlatmosphäre erzeugt werden. Und dies sei auch in den Designkabinen gewährleistet. Klar ist, dass die Konstruktion dieser Kabinen wesentlich anspruchsvoller ist und ein hohes Know-how im Kabinenbau voraussetzt. Entscheidende Kriterien, was das Klima in der Kabine betrifft, sind die Konstruktion, das Heizsystem und die Luftführung. Wenn die Luftführung zu gering oder falsch dimensioniert ist, entsteht der Eindruck, der Ofen heize nicht richtig oder die Kabine sei im Bodenbereich zu kühl.

Auch was die Konstruktion und die Positionierung des Saunaofens betrifft, wird von den Designern viel Phantasie abverlangt. Dabei sind zwei Trends zu beobachten: Zum einen geht der Trend dahin, den Ofen frei im Raum aufzustellen. Denn auch bei den Einheizern hat sich einiges getan, was deren Design und Möglichkeiten betrifft. Waren Saunaöfen in der Vergangenheit in Bezug auf ihre Gestaltung schlichtweg kein Thema, so warten sie heute oft schon mit einem interessanten Design auf. Entsprechend werden sie auch nicht versteckt, sondern durch ihre Positionierung in der Kabine in den Mittelpunkt gerückt.
Der zweite Trend geht dahin, den Ofen optisch zu „verstecken“. Hinterbank- und Unterbankheizsysteme sind prinzipiell nichts Neues im Kabinenbau, aber diese Systeme sind in den vergangenen Jahren weiter ausgefeilt worden. Der Ofen wird in der Kabine nicht mehr wahrgenommen und trotzdem leistet er ohne Einschränkungen seinen Dienst. Entsprechend anspruchsvoll ist auch die Luftführung, um eine gleichmäßige Wärmeverteilung in der Kabine zu gewährleisten. Für die Planer ist es natürlich wichtig zu wissen: Habe ich einen Strahlungsofen oder einen Konvektionsofen, welche Steinmenge wird verwendet und wie ist der Ofen konstruiert? Wie bekomme ich das energetisch hin, dass sich die Wärme gleichmäßig im Raum verteilt und das typische Saunafeeling entsteht? Was Besitzer von Designkabinen bestätigen: Wenn alle Faktoren planerisch berücksichtigt werden, stellt sich in den Designkabinen ebenfalls ein angenehmes Wohlfühlklima ein, und man kann von den Kabine gleichzeitig den ungestörten Ausblick nach draußen genießen. Bei diesen Heizsystemen braucht auch kein Kunde auf eine Dampfzufuhr zu verzichten. Die Öfen werden genauso mit einer Verdampferfunktion ausgerüstet. So warten die modernen Saunakabinen nicht nur mit einem außergewöhnlichen Design auf, sondern sind auch technisch voll ausgerüstet und auf Höhe der Zeit.