Als kleine bunte Lämpchen kennt man sie schon lange. Inzwischen haben die Leuchtdioden aufgerüstet und ihren Siegeszug im Schwimmbad- und Wellnessbereich angetreten. LEDs haben die Welt der Pools verändert.

Perfekte Pool-Inszenierung

LED heißt die neue Zauberformel für eine stimmungsvolle Atmosphäre im Pool und in der Schwimmhalle. Doch mit dem Einsatz von ein paar Strahlern ist es nicht getan. Schon in der ersten Planungsphase, wenn die ersten Eckwerte beim Bau einer Schwimmhalle festgelegt werden, sollte auch das Lichtkonzept mit einbezogen werden. Eine gelungene Planung hängt von der richtigen Kombination aus Gestaltung und Technik ab. Alle gestalterischen Ideen und technischen Komponenten müssen zusammenpassen und einfach zu steuern sein.

Der große Vorteil von LED-Leuchten besteht darin, dass sie individuell und intelligent gesteuert werden können. Das ermöglicht ihren flexiblen Einsatz in den folgenden Aufgabenbereichen:

  • Architekturbeleuchtung: Wände, Säulen, Decke und Nischen werden mit farbigem Licht betont. Durch abwechslungsreiche Lichtszenarien können architektonische Elemente neu und unterschiedlich in Szene gesetzt werden.
  • Wasserbeleuchtung: In der Vergangenheit wurden LEDs nur zur Akzentbeleuchtung in Treppen, Nischen und Rotunden eingesetzt. Mittlerweile sind sie leistungsstark genug, das komplette Schwimmbecken auszuleuchten und in ein Farbenmeer zu hüllen.
  • Effektbeleuchtung: Die LED-Leuchten im Pool und in der Schwimmhalle oder im Garten können parallel und auch synchron zu einer Soundanlage geschaltet werden. Im Ensemble des gesamten Licht-/Ton-Programms werden mit gezielten Effekten besondere Stimmungen erzeugt.

Um all diesen Anforderungen gerecht zu werden, müssen die LEDs die entsprechende Leistung liefern. Konventionelle LEDs, wie sie im Elektronikbereich üblich sind, können mit 300 mW nicht punkten. Im Poolbereich kommen heute vorwiegend Power-LEDs zum Einsatz. Weiß-LEDs haben mittlerweile eine Effizienz von 160 lm/W, aber 200 lm/W sind bald auch schon möglich. In Zukunft wird die Effizienz der Scheinwerfer nicht mehr die ganz große Rolle spielen. Leistung haben sie genug. Ein weiterer Vorteil: Die neuen LEDs sind flach und rücken dicht an die Scheibe heran. Das bedeutet: Sie haben einen breiteren Ausstrahlwinkel, was die Ausleuchtung der Poolanlagen erheblich erleichtert.

Aufgrund der gestiegenen Leistung wird sich ein weiterer Trend noch verstärken: Da das farbige RGB-Licht so leistungsfähig ist wie vor ein paar Jahren nur die weißen LEDs, wird sich die Nachfrage immer mehr zu den farbigen RGBs verlagern. Die RGBs sind naturgemäß nicht so leuchtstark wie weiße Scheinwerfer, weil das Licht aus drei verschiedenen Farben gemischt wird, aber die heutige Generation der RGB-LEDs kann problemlos den Pool ausleuchten. RGB ist allerdings eine andere Technologie, und die elektronischen Komponenten benötigen mehr Platz auf der Platine. Entscheidend aber ist: Die RGB-Diode kann auch weißes Licht erzeugen. Deshalb wird der weiße LED-Scheinwerfer in naher Zukunft vom Markt verschwinden. Seine Funktion übernimmt der RGB-Scheinwerfer mit.

In Strahlern, Beamern und Spots sind leistungsstarke LEDs verbaut, dass heißt dass mindestens drei in den Farben Rot, Grün und Blau als so genannte RGB-Einheit zusammengefasst sind und mit Linsen eine beachtliche Leuchtkraft haben. Durch additive Mischung dieser drei Grundfarben kann jede nur erdenkliche Farbnuance erzeugt werden. Für eine flächige Ausleuchtung von Räumen wird eine größere Anzahl von Dioden oft zu Streifen, flachen Bändern oder größeren Platten zusammengeschaltet.

LEDs können viele Aufgaben übernehmen. Sie sind als Scheinwerfer oder auch Flächenlicht einsetzbar, lassen sich dimmen und erzielen eine Reihe von Effekten. Farbverläufe sind in Farbton, Verweildauer und Übergangszeit genau definierbar. Damit all dies auch richtig funktioniert, ist eine intelligente und flexible Steuerung erforderlich, die alle Aufgaben in sich vereint, aber doch leicht und unkompliziert zu handhaben ist. Dafür muss die Steuerung folgende Voraussetzungen erfüllen:

  • Leitungswege von der LED bis zur Steuerplatine müssen möglich sein
  • Vernetzungen vieler LED-Gruppen und ihrer Steuerplatinen
  • Einfacher Abruf von Aufgaben durch Voreinstellung oder Taster
  • Zusammenfassen von Gruppen mehrerer LEDs mit unterschiedlichen Aufgaben
  • Programmierbarkeit für kreativen und flexiblen Einsatz

Zur Sicherheit empfiehlt sich eine dezentrale Struktur mit Default-Programm. Das garantiert stabile Systeme, da nach Stromausfall oder Ausfall des Zentralsteuerungssystems ein Notprogramm abläuft. Oft werden Lichtsysteme auch mit unterschiedlichen Leuchtmitteln bestückt. Dann müssen LEDs und konventionelle Beleuchtung Hand in Hand steuerbar sein. Während in großen Becken, zum Beispiel für Wettkämpfe oder Schulschwimmen, sehr starke Leuchtmittel gebraucht werden, kann im Kontrast dazu am Abend dann ein ruhiges Farblicht eine ganz andere Atmosphäre schaffen. Das Dimmen der einen und der Übergang in die andere Beleuchtung ist für ein offenes Steuerungssystem kein Problem. Auch dimmbare RGB-Leuchtstoffröhren können in die Steuerung integriert werden und mit den LEDs synchron laufen. Außerdem lassen sie sich in eine intelligente Gebäudeleittechnik integrieren.

Intelligente Steuerungen ermöglichen den Ablauf vorprogrammierter Szenarien. So kann für eine Erlebnisdusche beispielsweise ein Programm „Wasserfall“ entworfen werden. Per Knopfdruck wird das Programm einfach gestartet. Ein starker Wasserguss prasselt herab, untermalt von Wasserfallgeräuschen. Blaues Licht mit weißen Blitzen untermalt das Erlebnis. Oder „Tropenregen“ mit Urwaldgeräuschen, warmem Wasser und flammenartigem Sonnenlicht, das von hauchdünnem kühlen Nebel und grünem Dschungelambiente abgelöst wird.

Auch für Saunen sind verschiedene Szenarien denkbar: Beispielsweise wechselt ein beruhigender Farbverlauf, während ein großer Holzlöffel Wasser schöpft, zu einer tiefblauen, fast kühlen Stimmung. Beim Aufguss auf die Saunasteine begleitet dann Donnergrollen den aufsteigenden Dampf. Schließlich beendet ein leichtes Feuerflackern das Event.

Die LED als flexibles Leuchtmittel erhält immer mehr Gewicht in Schwimmbädern. Sie inszeniert Räume, indem sie Wände, Wasserflächen und Kuppeln anstrahlt und in spannende pulsierende Projektionsflächen verwandelt. So werden bewegliche Video-Animationen mit Unterwasserlicht, Unterwasserlautsprechern, Duftsystemen, Überwassereffekten wie zum Beispiel simulierten Nordlichtern erst mit intelligentem LED-Einsatz zu echten Erlebnissen.