Nichts hält ewig. Dies gilt auch für Schwimmbäder. Viele alte Becken aus den 80er-Jahren sind sanierungsfällig. Es gibt aber eine ganze Reihe von praxisbewährten Methoden, um den Pool wieder in Schuss zu bringen.

Neues Outfit für den Pool

Schwimmbäder haben bei guter Pflege meist eine lange Lebensdauer. Trotzdem kann nach ungefähr 15 bis 20 Jahren aus den verschiedensten Gründen eine Sanierung fällig werden. Die Lebensdauer eines Schwimmbeckens ist logischerweise von den verschiedensten Faktoren wie beispielsweise Material, Pflege und Witterungseinflüsse abhängig. Auch wenn der Beckenkörper selbst noch dicht ist und die Wasseraufbereitung funktioniert: Aber man sieht dem Schwimmbad das Alter an.

Vielleicht lässt man das Becken auch aus ästhetischen Gründen erneuern: Ein Ausbleichen der Beckenoberfläche ist unschön, aber normal und beeinträchtigt nicht die Funktion. Auch Filteranlage und Pumpe bedürfen der Pflege. So können Abnutzungserscheinungen wie Roste an Metallteilen oder andere Ablagerungen zu einem Problem werden. Die Gründe sind meist ungenügende Pflege oder zu großzügiger Einsatz von Chemikalien. Altersbedingt können sich auch beim Kunststoff Materialermüdungen zeigen.

Typische Sanierungsfälle sind zum Beispiel einfache Betonbecken aus den 80er-Jahren, die damals innen mit Farbe gestrichen wurden. Obwohl diese Becken seit ihrem Bau schon mehrfach einen neuen Farbanstrich bekommen haben, kommt irgendwann der Zeitpunkt, an dem sich sämtliche Farbschichten zu lösen beginnen. Dann ist eine umfassende Beckensanierung nicht mehr vermeidbar.

Durch Sandstrahlen müssen zuerst alle Schichten sorgfältig abgelöst werden. Dann wird der Betonuntergrund neu aufprofiliert. Häufig wird dann das Becken mit einer Abdichtung versehen, um die Konstruktion dauerhaft gegen die Beanspruchung durch das Poolwasser zu schützen. Bei einem Betonbecken hat man die Wahl zwischen einem neuen Farbanstrich, einer Auskleidung mit Folie oder einer PVC- oder Polyesterbeschichtung. Alle diese Auskleidungsarten haben spezielle Vorteile: Die Oberfläche ist glatt. Somit besteht keine Verletzungsgefahr. Kleinere Schäden am Beckenkörper können problemlos repariert werden. Meist handelt sich um Risse, die zum Beispiel durch spitze Gegenstände entstanden sind. Die defekte Stelle kann wie bei einem Fahrradschlauch mit einem Stück Folie verschweißt werden.

Eine häufig eingesetzte Sanierungsvariante ist die komplette Auskleidung des Schwimmbeckens mit einer Folie. Die Folien der Markenhersteller bestehen aus einer gewebeverstärkten Dichtungsbahn, die 0,8 oder 1,5 mm stark ist. Die Vorteile: Sie sind preisgünstig und schnell verlegt. Ein 8 x 4 m Becken ist in etwa zwei Tagen ausgekleidet. Für Treppen und Einbauteile ist noch einmal etwa ein Tag zu veranschlagen. Ein weiterer Vorteil: Schwimmbecken aus wasserundurchlässigem Beton sind frostempfindlich, Folien nicht.

Im Prinzip kann jeder statisch einwandfreie Beckenkörper mit Folie ausgekleidet werden, denn die Folie passt sich leicht der jeweiligen Beckenform an. Die Sanierungsmethode ist deshalb auch für Freiformbecken geeignet. Ein weiterer Vorteil: Der Untergrund braucht gar nicht wasserdicht zu sein, sondern nur statisch tragend und trocken. Die Folie an sich ist wasserdicht, vorausgesetzt natürlich sie ist richtig und fachgerecht verlegt. Das Material wird bahnenweise mit einem Industriefön oder einem Schweißautomaten an der Baustelle im Heißluftverfahren verschweißt. Die Dichtungsbahn dichtet dann gegen von innen drückendes Wasser ab.

Die Dichtungsbahnen werden am Beckenkopf befestigt und die Bodenbahnen durch Ausbildung einer Hohlkehle an die Wandbahnen angeschweißt. Das Anbringen der Folie an den Beckenkopf stellt dabei kein Problem dar: Sie wird meist an ein Verbundblech angeschweißt. Darauf kann dann die Rinne aufgesetzt werden. Dies ist bei ganz unterschiedlichen Rinnen aus Kunststoff, Edelstahl, Keramik und Beton möglich. Außerdem wird häufig die Rinne komplett mit der Folie ausgekleidet. Bei formschönen Keramikrinnen kann sie auch unter der Rinne hindurchgezogen werden. Durch den Wasserdruck wird dann die Bahn an den Beckenkörper angepresst. Die Folie macht auch Setzungen des Untergrunds problemlos mit.

Eine häufig gestellte Frage betrifft das Thema Wasserpflege und Chlorbeständigkeit. Erwiesenermaßen sind die Folien der Markenhersteller chlorbeständig und auch für chlorfreie Pflegemittel geeignet. Wichtig ist aber, dass die Pflegemittel in der richtigen, vorgeschriebenen Konzentration dosiert werden. Überdosierung führt zu Ausbleichungen der Folie, Unterdosierung begünstigt Pilz- und Algenbildung. Die üblichen Wassertemperaturen von 28 bis 30° Celsius hält sie problemlos stand. Dauerhaft sollten sie nicht über 34° Celsius liegen. Zu den Dingen, die unbedingt vermieden werden sollten, gehört, eine Chlortablette einfach ins Becken zu werfen. Dies führt unweigerlich zu Flecken auf der Folie, die auch durch Reinigungsmittel nicht mehr entfernt werden können. Wenn tatsächlich Flecken entstanden sind, die nicht mehr weggehen, wird die Folie an dieser Stelle aufgeschnitten und durch ein neues Stück ersetzt. Natürlich sieht man bei älteren Folien den Farbunterschied. Besser ist es deshalb, an diese Stelle eine Applikation aufzubringen wie zum Beispiel einen Fisch, ein Wappen oder ähnliches. Generell sind alle Arten von Applikationen wie Sternzeichen, Familienwappen etc. machbar.

Flecken können allerdings auch dann entstehen, wenn sich Feuchtigkeit hinter der Folie befindet. Um dem vorzubeugen, empfiehlt es sich, einen Sekundärablauf zwischen Beckenkörper und Dichtungsbahn einzubauen. Das als Trennlage eingesetzte Vlies fungiert dann als Drainageschicht. Wenn die Folie dicht und sorgfältig verschweißt ist, kann normalerweise kein Wasser durch die Folie dringen, wohl aber Wasserdampf. Die Menge ist aber minimal und beträgt bei einem 8 x 4 m Becken nicht mal einen 10 Liter-Eimer im Vierteljahr. Wenn ein Sekundärablauf vorhanden ist, stellt dies kein Problem dar.

Auch Kunststoffbecken können heute sicher und problemlos saniert und auch optisch wieder eine Attraktion werden. Dafür gibt es mehrere Möglichkeiten: Die erste und wahrscheinlich in den meisten Fällen beste Möglichkeit ist die Beschichtung mit glasfaserverstärktem Polyesterharz, als zweite die Beschichtung mit Polyesterharz und anschließender Verlegung von Keramik oder Mosaiken. Durch die Beschichtung mit glasfaserverstärktem Polyesterharz entsteht eine zweite, naht- und fugenlos dünne Wanne, die mit dem Beckenkörper eine fast unlösbare mechanische Verbindung eingeht. Ähnlich wie bei der Auskleidung mit Folie müssen sämtliche Flanschverbindungen für Einbauteile geöffnet werden, damit die folgende Beschichtung mit in das Dichtigkeitssystem einbezogen wird. Für das Laminat darf nur geeignetes Polyesterharz und nur für die jeweilige Harzsorte vorgeschriebene Härter verwendet werden.

Bei der Verarbeitung des Laminats ist darauf zu achten, dass blasenfrei gearbeitet wird. Zu beachten ist: Erforderlich ist eine Umgebungstemperatur von mindestens 15° Celsius. Bei Hallenbädern sollte vor Beginn der Arbeiten der Raum auf eine Arbeitstemperatur von ca. 18° Celsius aufgeheizt werden. Bei Freibädern wird meist ein Zelt über das Becken gebaut, dass dann beheizt wird.

Die anschließende Versiegelung wird in zwei Arbeitsgängen aufgetragen, wobei es sich im Prinzip beide Male um das gleiche Rohstoffharz handelt, das auch für das Laminat verwendet worden ist, jedoch streichfertig eingestellt und in der gewünschten Farbe gemischt. Bei der ersten Lage kann man, um den zweimaligen Auftrag besser kontrollieren zu können, eine etwas hellere Farbe wählen. Beim zweiten abschließenden Deckschichtauftrag wird dem Harz eine Paraffinlösung zugegeben, wodurch die Oberfläche des Harzes klebfrei aushärtet.

Eine weitere, häufig angewendete Methode ist der Einbau eines neuen Fertigbeckens in den alten Beckenkörper. Entweder der Pool wird als Elementbecken in den vorhandenen Beckenkörper hineingebaut, oder ein Einstückbecken wird in den alten Beckenkörper gestellt und dann angeschlossen. In beiden Fällen nutzt der neue Pool die alte Konstruktion als statischen Untergrund, und es geht fast keine Schwimmfläche verloren. Dies ist sowohl mit Kunststoff- als auch Edelstahlbecken möglich. In der Regel werden dann auch die Einbauteile erneuert und die komplette Hydraulik neu konzipiert. Zu beachten ist: Alte Betonbecken haben in der Regel eine horizontale Einströmung, bei Edelstahlbecken erfolgt allerdings die Einströmung zu 100 % über Bodenkanäle. Das Problem lässt sich durch eine Anhebung des Wasserspiegels recht einfach lösen. So wird zusätzlicher Raum unter den Bodenplatten geschaffen, der für die Einströmkanäle genutzt werden kann. Die Bodenbleche im Becken sind mit Einströmdüsen versehen, die eine vollflächige Durchströmung des Beckens gewährleisten. Auch hier wird der alte Beton als tragendes Element für die Edelstahlkonstruktion genutzt. Möglich ist auch, die Edelstahlkonstruktion mit Schrägstützen zu versehen, um die Stabilität zu garantieren, oder das Becken freistehend aufzubauen, so dass ein Hohlraum vor der alten Betonwand entsteht, der für die Installationen genutzt werden kann. Was den neuen Beckenkopf betrifft, so wird dieser, wenn Edelstahlplatten eingebaut werden, entweder aufgesetzt, das heißt es entsteht ein überhöhter Beckenrand, oder der alte Beckenkopf wird abgesägt und Raum für einen neuen geschaffen. Die Anbindung an den umgebenden Beton erfolgt über einen Abdichtwinkel, der auf dem Rohfußboden aufgedübelt und an die Überlaufrinne angeschweißt wird. Er bildet die Anschlussmöglichkeit für die Beckenumgangsabdichtung. Zur Montage der Wasserattraktionen werden Kernbohrungen in die Betonwand gesetzt, die als Durchgang für die Einbauteile dienen. Die Anbindung der Überlaufrinne zum Schwallwasserbehälter ist dann Sache des Schwimmbadbauers. Fazit: Es gibt viele Methoden, um einem alten Pool wieder neuen Glanz zu verleihen. Welche Methode die für Sie geeignete ist, wird Sie Ihr Schwimmbadbauer beraten.