Feuchtwarme Badeformen sind mittlerweile in vielfältigen Varianten und Ausprägungen zu finden. Neben dem Dampfbad als Klassiker werden noch zahlreiche andere Badeformen ähnlicher Art angeboten.

In heißem Nebel baden

Dampfbäder für den Privatgebrauch kamen bereits in den 1980er-Jahren auf den Markt, aber erst in den vergangenen Jahren ist in diesem Marktsegment ein deutlicher Aufschwung zu beobachten. Das Thema Gesundheit bewegt die Menschen, und Investitionen werden im häuslichen Bereich zur Verschönerung des eigenen Heims und zur Entspannung und Gesunderhaltung getätigt. Deutlich sichtbar geht der Trend zu immer hochwertigeren Anlagen, was sowohl in der Größe als auch beim Material und der Technik zum Ausdruck kommt.

Auch viele öffentliche Bäder und Thermen haben in den letzten Jahren ihre Wellnessangebote ausgebaut. Nicht immer ist für den Besucher auf Anhieb zu erkennen, was sich hinter den wohlklingenden, meist römischen Namen verbirgt. Die Verpackung gibt nicht immer gleich ihren Inhalt Preis. Bei aller Kreativität, was die Namensgebung der Bäder betrifft, sollte eines nicht vergessen werden: Rein technisch gesehen sind es immer nur zwei Parameter, die man beeinflussen kann: die Raumtemperatur und die Luftfeuchtigkeit. Dies gilt für alle Kabinen, auch wenn sie noch so kuriose Namen haben. Bei den Dampfbädern handelt sich grundsätzlich um einen Raum mit hoher Luftfeuchte und geringerer Raumtemperatur. Ob das jetzt Dampfbad, Kräuterbad, Aromabad, Hamam, Inhalationsbad oder ähnlich heißt – es handelt sich immer um ein Feuchtebad, bei dem ein Dampfgenerator eine bestimmte, vorher definierte Luftfeuchte erzeugt. Auch bei Bädern wie zum Beispiel Hamam oder Rasul, bei denen ein festgelegtes Ritual abläuft, handelt es sich doch im Kern um ein Feuchtebad.

Das Dampfbad also im klassischen Sinne ist, einfach ausgedrückt, ein Raum, der mit heißem Nebel vollständig ausgefüllt ist und in dem ein feuchtwarmes Klima herrscht. Das Wort Dampf, gleich Wasserdampf, beschreibt den unsichtbaren gasförmigen Wassergehalt der Luft. Praktisch versteht man unter Dampf den besagten Nebel, bei dem die Luft dicht mit Wassertröpfchen gefüllt ist. Im klassischen Dampfbad beträgt die relative Luftfeuchte 100 %, die Raumtemperatur dagegen zwischen 40 und 55° Celsius. Dabei muss man allerdings auch die Temperaturschichtung in der Kabine bedenken: Wenn 50° Celsius an der Decke herrschen, wird eine Temperatur von 45 bis 47° Celsius im Sitzbereich als behaglich wahrgenommen. Wird der Temperaturabfall zum Boden hin zu groß und beträgt die Temperatur dort zum Beispiel nur 15° Celsius, wird dies von den Badegästen als unangenehm empfunden. Ob eine zu starke Temperaturstaffelung auftritt, hängt nicht zu letzt von der Isolierung der Kabine und vom Eintrittsort des Dampfes ab.

Moderne Dampfbäder bieten den Vorteil, individuell auf den jeweiligen Grundriss hin gebaut und ausgestattet werden zu können. Da der Raum und seine Materialien durch die besonderen klimatischen Bedingungen mit dem dauerhaft warmfeuchten Klima sehr großen Belastungen ausgesetzt ist, stellt das Dampfbad hohe Ansprüche an die bautechnische Ausführung. Die Umgebungsräumlichkeiten, aber auch die Kabinenwände selbst müssen deshalb sicher vor Feuchteschäden geschützt werden.

Die erste Generation der Dampfkabinen, die in den 1980er-Jahren auf den Markt kam, war meist aus Kunststoff, Acryl oder GFK, gefertigt. Diese Kabinen sind aber heute kaum noch zu finden, weil sie in ihrer Formgebung und den Gestaltungsmöglichkeiten zu limitiert waren. GFK findet man noch im Bereich der Dampfgrotten. Kunststoff bietet den Vorteil der Pflegeleichtigkeit und Reinigungsfreundlichkeit, auf der anderen Seite ist das Material aber nicht so flexibel im Kabinenbau und bei der individuellen Gestaltung. So kann man hier zum Beispiel keine Wandheizung integrieren.

In den 1990er-Jahren lagen dann die so genannten orientalischen Bäder stark im Trend, die vor allem durch ihre aufwendige Mosaikverfliesung auffielen. Das Orientalische an den Bädern beschränkt sich aber meist auf die exotische Gestaltung. Zwar sind diese Kabinen heute immer noch anzutreffen, aber seit ein paar Jahren ebbt der Trend ab. Zum einen, weil der allgemeine Geschmack sich wieder mehr der reduzierten Formensprache und kühleren Materialien zuwendet, zum anderen haben sich die Mosaikfliesen als reinigungsintensiver herausgestellt, so dass zur Zeit wieder eher Fliesen und besonders Naturstein gefragt sind, die sich vielfach verwenden lassen. Sie sind schon deswegen beliebt, weil sie leicht zu reinigen sind. Außerdem hat man hier wesentlich größere optische Gestaltungsmöglichkeiten.

Verschiedene Konstruktionen und Bauweisen sind heute bei Dampfbadkabinen zu finden: Vor Ort gemauerte und gefliesten Kabinen sind kaum noch anzutreffen, weil die Arbeiten an der Baustelle aufwendig, zeitintensiv und teuer sind. Außerdem ist die Fehlerwahrscheinlichkeit höher als bei Fertigkabinen, deren Elemente im Werk vorgefertigt sind und nur noch an der Baustelle zusammengefügt zu werden brauchen. Ein weiteres System sind Kabinen aus Porenbeton. Die Hohlsteine zeichnen sich dank des hohen Luftanteils u.a. durch ihre guten Wärmedämmeigenschaften aus. Andere Kabinenkonstruktionen bestehen aus Faserbeton-Elementen, mit denen sich zum Beispiel Dampfgrotten hervorragend nachbilden lassen. Weit verbreitet sind heute Hartschaum-Leichtbauplatten, die gewebe- und zementbeschichtet sind, mit denen sich trotz ihres geringen Gewichts auch größere freitragende Kabinen realisieren lassen. Zur Verwendung kommen meist Styrodur- oder Polystyrolplatten. Letztere sind etwas teurer. Damit lassen sich Kabinen mit geringen Wandstärken bauen, wodurch der vorhandene Platz optimal ausgenutzt werden kann. Zur Abdichtung der Trockenbauwände wird auf der Innenseite eine Flüssigfolie aus Epoxydharz als Dampfsperre aufgebracht und darauf dann direkt verfliest. In den Wandteilen sind ab Werk bereits die Einbauteile enthalten, so dass die Kabinenelemente vor Ort nur noch an der Baustelle zusammengefügt zu werden brauchen.

Ein Dampfbad besteht normalerweise aus der Kabine und beheizten Sitzen oder Sitzbänken und Wänden. Angeschlossen an die Zentralheizung erfolgt die Beheizung in der Regel mit wasserführenden Systemen. Hauptbestandteil der Technik ist der Dampfgenerator. Hinzukommen die Duftstoffdosierung mittels Pumpe, die Dampfleitung sowie der Wasseranschluss. Hochwertige Anlagen verfügen heute auch über eine Steuerung, mit der sich verschiedene Programme abrufen lassen. Über die Steuerung ist gewährleistet, dass der Dampfgenerator in permanenter Bereitstellung ist und den gewünschten Dampf produzieren kann. Alles sollte übersichtlich auf einem Paneel montiert sein.

Von zentraler Wichtigkeit ist dabei die richtige Auslegung des Dampferzeugers. Er hat die Funktion, in der Kabine den gewünschten Nebel zu erzeugen. Der Dampfgenerator muss die entsprechende Leistung haben, als ob die Kabine permanent genutzt wird, damit die Gäste ständig Dampf in der Kabine vorfinden. Der Dampfgenerator muss also gezwungen werden, permanent Dampf zu erzeugen. In öffentlichen Bädern passiert dies automatisch durch das häufige Öffnen und Schließen der Türen. Dadurch wird Dampf vernichtet, und der Dampfgenerator produziert permanent neuen Dampf. In Privatkabinen erfolgt der Luft- und damit Dampfaustausch über die Abluft. Die Generatorgröße kann über den Rauminhalt ermittelt werden: Länge mal Breite mal Höhe gleich Volumen. Bei 9 m3 Raum sind 6 kW Leistung zu veranschlagen, bei 15 m3 sind es 9 kW.

Was zu beachten ist: Nur wenn Dampf produziert wird, kann auch ein Duftstoff in die Kabine eingebracht werden. Die Duftstoffinjektion erfolgt in die fallende Dampfleitung. Da die in den Duftstoffen enthaltenen ätherischen Öle sehr aggressiv sind, dürfen nur spezielle hierfür geeignete Materialien verwendet werden.

Grundsätzlich gibt es zwei Arten von Dosierung: zum einen die Duftdosierung mittels Schlauchpumpe. Dies empfiehlt sich dann, wenn drucklos in eine Dampfleitung dosiert wird. Alternativ dazu ist auch eine Dosierung direkt ins Wasser möglich, wie es zum Beispiel bei Duschen gemacht wird. Da Drücke von 3 bis 4 bar vorliegen, ist der Einsatz einer Membranpumpe sinnvoll, um diese überwinden zu können. Da die Dosierung direkt ins Trinkwasser erfolgt, ist ein Rohrtrenner notwendig, damit der Duftstoff nicht ins Netz zurückgesaugt werden kann. Ist eine Solevernebelung geplant, empfiehlt sich ebenfalls eine Membranpumpe mit 6 bis 7 bar. Die Solelösung wird aber nicht in den Dampf injiziert, sondern direkt über eine Düse in die Kabine hinein und vermischt sich dort mit dem Dampf. Gleichzeitig erfolgt die Duftstoffdosierung über die Dampfleitung. Bei einer Soledosierung müssen alle Materialien solebeständig sein. Meist werden Standardpumpen aus der Schwimmbadtechnik eingesetzt. Und die Schläuche bestehen aus einem Spezialkunststoff, der die Belastungen verträgt. Von Zeit zu Zeit müssen die Schläuche mit einem Desinfektionsmittel durchgespült werden.