Stress ist zu einer Volkskrankheit geworden. Wird das Gefühl zum Dauerzustand, reagiert der Körper mit Beschwerden, und alles fällt nur noch schwerer. Wer regelmäßig für entspannenden Ausgleich sorgt, kann den Teufelskreis durchbrechen. Ein gutes Mittel dagegen ist: Saunabaden mit Farblicht.

In Farben baden

Zeitdruck, Hetze, Ärger, Sorgen und Lärm steckt der Mensch nur eine Zeitlang weg. Wird es zu viel, schlägt der Körper Alarm. Wie kommt es dazu? Die Sinnesorgane nehmen die Stressreize auf, die Nerven leiten sie weiter ans Gehirn. Hier regt die Hypophyse (Hirnanhangdrüse) die Nebennieren zur vermehrten Ausschüttung der Stresshormone Adrenalin und Cortisol an, die über die Blutbahn in sämtliche Organe gelangen. Ergebnis: Die Muskeln spannen sich an, das Herz schlägt schneller, der Blutdruck steigt, die Atmung beschleunigt sich und die Verdauungsorgane werden weniger stark durchblutet.

Auf Dauer schwächt die negative Art von Stress, der Distress, das Immunsystem. Viren, Bakterien und auch Krebszellen haben dann leichteres Spiel sich auszubreiten. Weitere, damit zusammenhängende Beschwerden sind zum Beispiel Bluthochdruck und Magenprobleme. Dabei ist Stress in Maßen sogar gesund: Seit Uhrzeiten unterstützt diese Fähigkeit des Körpers den Menschen, um auf Kampf oder Flucht reagieren zu können. Auf die heutige Zeit übertragen: Körperliche und geistige Anstrengung spornt zur Leistung an und hinterlässt das zufriedene Gefühl und die Freude, sein Pensum erledigt zu haben. Das ist die positive Form von Stress, auch Eustress genannt.

Kritisch wird es, wenn der Betroffene den Stress als Dauerzustand und als Überforderung erlebt. Dann sollte er die Ursachen für den Stress oder seine Einstellung dazu überprüfen oder sich den nötigen Freiraum für kontinuierliche Entspannung verschaffen. Regelmäßiges Saunabaden hat sich beim Abbau von Stress bewährt. „In der Sauna verraucht der Zorn“, sagt der Volksmund in Finnland. Zu Recht, denn die Sauna wirkt positiv auf unser Nervensystem.

Was geschieht überhaupt auf dieser sensiblen, schwer fassbaren Ebene? Das cerebro-spinale Nervensystem unterliegt dem menschlichen Willen und der direkten Auseinandersetzung mit der Umwelt. Das autonome, vegetative Nervensystem arbeitet unbeeinflussbar. Es hält lebensnotwendige Organtätigkeiten aufrecht, regelt Atmung, Kreislauf, Verdauung, Stoffwechsel, Drüsentätigkeit und Fortpflanzung. Alle diese Aufgaben übernehmen zwei Gegenspieler, die im permanenten Wechselspiel tätig sind: der Sympathikus und der Parasympathikus. Der Sympathikus ist der mehr leistungsbezogene, aktive, der Parasympathikus der eher auf Erholung und Ruhe ausgerichtete Teil.

Was hat jetzt das Saunabad damit zu tun? Beim Saunabaden setzt sich der Körper mit seiner ganzen Oberfläche und den Rezeptoren der Haut den Wechselreizen des Schwitzbades aus. Die aufeinander folgenden Warm- und Kaltreize sprechen wechselseitig das vegetative Nervensystem an. In der ersten Zeit der Wärmeanwendung, kurz nachdem sich der Badende auf der Saunabank niedergelassen hat, macht sich der Einfluss des Parasympathikus bemerkbar. Er löst eine Erweiterung der Hautblutgefäße aus, ist bei der Tätigkeit der Schweißdrüsen beteiligt und bewirkt ein Nachlassen der Muskelspannung.

Wenn das Abkühlen des Körpers durch die Schweißverdunstung an Grenzen stößt und die Körperkerntemperatur steigt, dann antwortet der Körper mit einer allgemeinen Erregungszunahme des vegetativen Systems (Sympathikus): Die Herzfrequenz steigt, wobei die beruhigende Wirkung überwiegt. Die nachfolgende Abkühlung im Tauchbecken aktiviert den Sympathikus: Die Blutgefäße verengen sich, und der Parasympathikus sorgt dafür, dass die Pulsfrequenz absinkt.

Am Ende des Saunabades machen sich die anregenden Auswirkungen anhaltender und ausgeprägter bemerkbar. Das liegt daran, dass unsere Haut über zehnmal mehr Kälterezeptoren als Wärmerezeptoren verfügt und diese Temperaturfühler auch näher an der Hautoberfläche liegen. Besonders erholsam wirkt die einige Zeit nach dem letzten Saunagang auftretende beruhigende Nachschwankung (Parasympathikus), verbunden mit ruhiger Herzschlagfolge, umfassender Muskelentspannung und einer angenehmen Müdigkeit.

Die rasche Reaktion des unabhängig arbeitenden Nervensystems während des wechselwarmen Schwitzbades ist also der wesentliche Grund für die nachhaltige, positive Wirkung der Sauna. Untersuchungen über das Schlafverhalten nach dem Saunabaden ergaben positive Ergebnisse: Wesentlich schnelleres Eintauchen in die erholsamere Tiefschlafphase, längeres Verbleiben und folglich weniger Halbwachphasen mit unangenehmen Träumen waren bei allen Probanden festzustellen. Das zeigten die Ergebnisse von EEG-Messungen, bei denen die Aktivitäten der Gehirnströme untersucht wurden. Zudem registrierte man ein Ansteigen der schlaffördernden Substanz Seratonin. Deshalb eignet sich die Sauna für übermäßig gestresste Menschen mit Einschlaf- und Durchschlafproblemen. Indem sie entsprechende Körperreaktionen auslöst und sie im positiven Sinne sogar trainieren kann, mildert die Sauna sogar Negativstress ab. Dazu gehört die Entlastung von Herz und Kreislauf durch die Weitstellung selbst kleinster Blutgefäße und das Lockern stressbedingter Muskelverspannungen. Das Saunabad bietet demnach einen effizienten Antistressmix.

Ein wichtiges unterstützendes Instrument zur gesundheitsfördernden Wirkung der Sauna ist die Farblichtstimulation. Durch eine Zusatzeinrichtung in der Kabine erzeugen die vier Spektralfarben Rot, Blau, Gelb und Grün unterschiedliche Stimmungen. Die Leuchten können durch einen Tastenschalter meist einzeln oder gleichzeitig geschaltet werden, sodass zahllose interessante Farbkombinationen entstehen. Neben der ausgleichenden Wirkung aufs Gemüt kann Farblicht auch auf die Stoffwechselvorgänge einwirken.

Neurophysiologen haben in den menschlichen Zellen regelrechte Ankerplätze entdeckt, die auf das Licht reagieren. Dabei hat jede Wellenlänge ihre eigene Wirkung. Danach können einzelne Substanzen im Hormonhaushalt zwischen den Farben des Lichts unterscheiden und entsprechend unterschiedlich reagieren. So soll die Farbe Rot bei Akne, Sonnenbrand und Ekzemen die Haut positiv beeinflussen, Gelb bei einer nachlassenden Elastizität der Haut helfen und Grün bei chronischen Krankheiten den Heilungsprozess unterstützen. Eine Heilkraft wird auch dem Blau nachgesagt: von der Schlafförderung über die Erhöhung des Sauerstoffgehaltes im Blut bis hin zur Fiebersenkung.

Die Farblichtstimulation ergänzt und verstärkt sinnvoll die bewährten gesundheitlichen Vorzüge des Saunabadens: Stärkung von Herz, Kreislauf und Immunsystem, Entschlackung des Körpers von Giftstoffen und Verbesserung der Hautstruktur. Darüber hinaus verstärken farbige Lichtspiele das Badeerlebnis, indem sie die Möglichkeiten der Sauna um eine attraktive Komponente erweitern.