Einen Pool zu besitzen, bedeutet jede Menge Spaß für die ganze Familie. Der Spaß endet allerdings schnell, wenn die Wasserqualität nicht stimmt oder gar so schlecht ist, dass die Gesundheit der Badenden gefährdet ist. Deshalb hier einige Tipps zum Verständnis der Wasserpflegemaßnahmen.

5 Tipps für die richtige Wasserpflege

Wasserqualität kann man nicht sehen. Oft erscheint das Wasser sauber und klar, obwohl es Infektionen auslösen oder die Einbauteile beschädigen kann. Der Schlüssel zu gepflegtem Wasser ist die richtige Wasserbehandlung mit Chemikalien wie zum Beispiel Chlor, pH-Mittel sowie eine gute Filteranlage und die ausreichende Zugabe von Frischwasser. Hier einige Tipps für die richtige Wasserpflege: 

pH-Wert: Der richtige pH-Wert ist Ausgangspunkt für alle Maßnahmen rund um die Wasserpflege. Ein pH-Wert von 7 wird als „neutral“ bezeichnet und ist eine gute Voraussetzung, dass die eingesetzten Pflegemittel wirken können. Bei einem pH-Wert deutlich unter 7 ist das Wasser sauer, bei einem pH-Wert deutlich über 7 ist es basisch. Dazu ein Beispiel: Unsere Haut hat einen pH-Wert von 5,5 und wirkt wie eine Schutzschicht, während unsere Augenflüssigkeit einen pH-Wert von 7 hat. Bei einem zu hohen pH-Wert verlieren Desinfektionsmittel wie zum Beispiel Chlor ihre Wirkung, und unsere Haut wird angegriffen. Ein zu niedriger pH-Wert erzeugt Korrosion an den Einbauteilen, die Flockung arbeitet nicht richtig und es bilden sich gesundheitsschädliche Chloramine. Deshalb sollte der pH-Wert immer im Bereich von 7 bis 7,4 gehalten werden. Wichtig ist, dass der pH-Wert regelmäßig, möglichst täglich gemessen und mittels pH-Minus oder pH-Plus korrigiert wird. 

Alkalinität: Das richtige Alkalinitätsniveau (Säurekapazität) im Wasser ist Voraussetzung dafür, dass der pH-Wert neutral eingestellt werden kann. Ist die Säurekapazität zu niedrig, wird der pH-Wert ins Bodenlose absacken. Die Alkalinität definiert also das Säurebindungsvermögen von Wasser. Der Grad der Alkalinität hängt von der Menge der enthaltenen basisch wirkenden Ionen und dabei vom Gehalt an Carbonaten ab. Die Säure wie zum Beispiel pH-Minus, die zugeführt wird, braucht das Calcium, um reagieren und den pH-Wert einstellen zu können. Wenn Calcium bzw. Hydrogencarbonat fehlt, kann das pH-Minus nicht reagieren und es gibt keine Chance, den pH-Wert einzustellen. Das gleiche gilt bei einem zu hohen Alkalinitätsniveau. Ist zu viel Calcium vorhanden, muss sehr viel pH-Minus zugeführt werden, um den pH-Wert auf ein entsprechendes Niveau abzusenken. Eine Alkalinität (Calciumcarbonat) von rund 100 ppm (parts per million = mg/l) ist perfekt. Deshalb sollte auch das Alkalinitätsniveau zumindest wöchentlich kontrolliert werden. 

Desinfektion: Jeder Pool braucht Desinfektionsmittel, um Keime, Bakterien und andere unerwünschte Stoffe im Poolwasser abzutöten. Im Markt werden zahlreiche Desinfektionsmittel wie Chlor, Brom, Chlordioxid, Aktivsauerstoff wie MPS oder H2O2 sowie andere Chemikalien angeboten. Auch wenn es mittlerweile im Markt verschiedene Chloralternativen gibt: Das Chlor in seinen verschiedenen Angebotsformen ist auf Grund seiner Keimtötungsgeschwindigkeit nach wie vor das am häufigsten zu findende Desinfektionsmittel. In öffentlichen Bädern ist der Einsatz von Chlor vorgeschrieben. Die Dosierung muss durch leistungsfähige Mess-, Regel- und Dosieranlagen erfolgen. In Privatpools sollte ein Chlorgehalt von 1 bis 3 ppm sichergestellt sein. Dabei sollte der Chlorgehalt täglich überwacht werden. 

Cyanursäure: Chlor wird häufig in Form von Tabletten oder Granulat angeboten. Das Chlor wird aus Salz hergestellt (Sodium CHLORide/NaCl). Das weiße Pulver bzw. die Tablette, die wir sehen, ist zum größten Teil Cyanursäure, die mit dem Chlor eine Verbindung eingegangen ist. Das heißt, mit jeder Chlordosierung wird dem Poolwasser auch Cyanursäure zugegeben. Die Cyanursäure hindert das Chlor daran, sich schnell zu verflüchtigen. Was allerdings verhindert werden sollte, um die Desinfektionswirkung beizubehalten: Wenn die Cyanursäure im Wasser einen Wert von 50 ppm überschreitet, sinkt die Desinfektionsleistung des Chlors. Von einem gewissen Punkt an tendiert das Chlor dann dazu, sich lieber mit der Cyanursäure zu verbinden als mit den Bakterien und Keimen im Wasser. Poolbesitzer unterliegen leicht dem Trugschluss, ein hoher Chlorwert im Wasser sei ein Garant gegen Bakterien und Keime. Die Wahrheit ist aber: Wenn der Cyanursäureanteil im Wasser zu hoch ist, hat das Chlor keine Desinfektionswirkung. Der Anteil an Cyanursäure sollte deshalb mindestens alle zwei Wochen überwacht werden.

Filterung, Flockung, Rückspülung: Hält man sich vor Augen, dass das Poolwasser über Monate im Becken bleibt und sich im Umwälzkreislauf befindet, kann die Wasserqualität absinken, obwohl pH-Wert, Alkalinität und der Chlorwert in Ordnung sind. Ein qualitativ hochwertiger Filter ist in jedem Fall ein Muss. Dann ist die Flockung nicht zu vernachlässigen. Im Wasser befinden sich mehr oder weniger viele Trübstoffe, die der Filter nicht erfassen kann und die deshalb im Wasser verbleiben. Durch die Flockung werden diese Trübstoffe gebunden und damit filtrierbar gemacht. Durch den Filtrationsprozess wird der Filter aber auch verschmutzt. Jeder Filter sollte deshalb mindestens einmal pro Woche rückgespült werden. Das durch die Rückspülung verlorengegangene Wasser muss durch Frischwasser ersetzt werden, was ebenfalls einen positiven Effekt auf die Wasserqualität hat.

Die Wasserqualität zu messen ist keine Geheimwissenschaft und kann ohne tiefergehende Kenntnisse durchgeführt werden. Im Schwimmbad-Fachhandel bekommen Sie die entsprechenden Instrumentarien. Vom einfachen Teststreifen bis zum professionellen automatischen Messgerät wie das elektronische Photometer reichen die Möglichkeiten.

Andreas Hock*

 

*Der Autor ist Geschäftsführer der Water-i.d. GmbH, Eggenstein (www.water-id.com)

 

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Einige Beispiele zur Bestimmung der Wasserwerte aus dem Programm von Water-i.d.