Von einem Leben in der Natur fernab von der Zivilisation träumen viele. Aber nur wenige tun es. Zwei Schweizer haben sich im vergangenen Sommer ihren Traum vom Leben auf einem Bergsee verwirklicht.

Der schwimmende Pavillon

Anfang des Jahres kam zum ersten Mal die Idee auf, im Sommer für einen Monat in die Schweizer Berge in einen Bungalow zu ziehen. Während bei den meisten Menschen eine verrückte Idee gleich wieder verworfen wird, weil wie üblich nicht durchführbar, keine Zeit, zu teuer und so weiter, verfolgten Valeria Mella und Adi Gmail hartnäckig ihren Traum von einem Bungalow auf einem Bergsee – mit nichts als der Natur um sie herum. Die beiden Blogger ließen auf www.littleCITY.ch ihre Fangemeinde daran teilhaben und posteten ständig die Fortschritte des Projekts. Bis zum Tag des Einzugs und den ganzen Sommer durch.

Die Unterkunft ist einzigartig. Sie schwimmt auf dem Wasser und ist transparent. So können die Blogger selbst nachts vor dem Einschlafen die Sterne und den Mond über den Bergen bestaunen. „Ich gebe zu, dass mir Adis Traum, die Idee stammt von ihm, erst fast unmöglich schien“, schreibt Valeria in ihrem Blog. „Aber Träume sind dazu da, um gelebt zu werden. Und so entwickelte sich die Bergsee-Bungalow Idee schnell weiter. „Autark wollten wir leben in den Bündner Bergen. Umgeben von nichts als der Natur, mit einem Bett unter dem Sternenhimmel.“ Der Strom würde über Solarpanels bezogen werden und das Wasser aus einer Quelle vor Ort. Der Ort der Träume war schnell gefunden: der Partnunsee in St. Antönien im Prättigau. Ein Ort in fast 2.000 m Höhe, wo man nur über Wanderwege und mit keinem Auto hinkommt, in dem man autark leben, aber trotzdem auch seiner täglichen Arbeit nachgehen kann.

Es wäre natürlich einfacher gewesen, den Bungalow am Seeufer aufzubauen. Doch wenn schon spektakulär, dann richtig. Er sollte auf einem Floß im See stehen, das natürlich ebenfalls selbstgebaut ist. Das großartigste Zuhause in der ganzen Schweiz. Über Monate zogen sich die Planungen hin. Behördliche Genehmigungen, Transportwege klären, Aufbau des Floßes, Strom, Bedachung, die selbstgebaute Küche, WC/Dusche, Heizung, Inneneinrichtung, WiFi-Empfang, Sicherheitsvorkehrungen etc. etc. – alles musste sorgfältig geplant werden.

Ende Juli war es soweit. Die Arbeiten konnten beginnen. 4,5 Tage dauerte der Aufbau des Floßes inklusive des Holzbodens. Fast 2.000 Schrauben gingen beim Bau des Floßes drauf. Weitere 4,5 Tage dauerte der Aufbau der Bungalows, bei denen es sich um Modelle aus dem Programm von Alukov handelt, und der Inneneinrichtung, der Solaranlage, der Verkabelung und des WC-/Duschhäuschens. „Uns war extrem wichtig, von Anfang bis zum Schluss unsere Bergsee-Bungalows selbst aufzubauen“, betont Valeria. Adi’s Papa half begeistert mit. Tatkräftige Unterstützung leisteten außerdem Alukov Schweiz beim Aufbau der beiden Bungalows, Stuwatec, die beim Aufbau der gemieteten Schwimmelemente halfen, und die Firma EKZ bei der Montage der Solaranlage. Das gesamte Material wurde in Säcke und Netze gepackt, das dann per Helikopter zum Partnunsee hochgeflogen wurde. Ein kurzeitiger Kälteeinbruch erschwerte zusätzlich die Arbeiten. Der großartigste Moment kam, als die Plattform fertiggestellt war. Auf einem Bild ist zu sehen, wie Valeria mit einem Boot über den See rudert und die Plattform hinter sich her zieht. Mit Seilen wurde sie dann an ihrem Liegeplatz befestigt.

Eine Prämisse bei allen Aktivitäten war, in der Natur keine bleibenden Schäden zu hinterlassen. Deshalb wurden die Pavillons nicht am Ufer gebaut, sondern ein schwimmendes Floß als Untergrund gewählt. Wenn im Herbst die Pavillons abgebaut werden, soll alles wieder so sein, wie wenn nie etwas dagewesen wäre.

Auf den Bildern ist erkennbar, dass nicht ein Pavillon aufgebaut wurde, sondern zwei. Warum? Weil natürlich Gäste in dem Naturparadies willkommen waren, die an dem fantastischen Naturschauspiel ebenfalls teilhaben wollten. Über die verschiedenen Media-Kanäle wie Instagram, Facebook, YouTube und Twitter ließen Valeria und Adi Mella ihre Fangemeinde den ganzen Sommer über an dem Projekt teilhaben.

 

Fotos: www.LittleCITY.ch, www.alukov.ch