In Herstellerbroschüren findet man häufig Schlagworte wie „Natürliche Desinfektion des Schwimmbeckenwassers“ oder Desinfektion auf Basis von Salzen. Welche Wasserpflegemethoden verbergen sich dahinter und wie funktionieren sie?

Das Energieeinsparpotential bei Schwimmhallen

Der Kunde von heute ist anspruchsvoll und ökologisch sensibel, was den Betrieb seines Schwimmbades betrifft. Auf diese Entwicklung haben die Hersteller schon vor einiger Zeit reagiert und bieten den Kunden ausgereifte technische Lösungen an. Die Weichen für einen wirtschaftlichen Betrieb eines Privatpools werden bereits bei der Planung und beim Bau der Anlage gestellt. Je nach Beckenart ist durch eine Poolabdeckung und Beckenisolierung, den Einsatz effizienter Klimatechnik mit Wärmerückgewinnung, LED-Beleuchtung oder eine Verringerung der Umwälzleistung in Ruhezeiten ein erhebliches Einsparpotential vorhanden. Zu beachten ist, betont dass die Einsparungen nicht zu Lasten der Wasserqualität und des eingesetzten Materials gehen dürfen.

Um einen energieeffizienten Betrieb eines Pools zu erreichen, sollten das Schwimmbad und seine Komponenten als Einheit betrachtet werden, bei dem die einzelnen Bausteine in der Summe zur effektiven Energieeinsparung beitragen. Ein Großteil der in einem Schwimmbad aufgebrachten Energie wird in Form von Wärme bereitgestellt und verbraucht. Dementsprechend müssen die Bemühungen zur Energieeinsparung auch auf eine möglichst effiziente Wärmegewinnung und Wärmeübertragung gerichtet sein. Möglichkeiten der effizienten Nutzung von Wärme und Schonung fossiler Ressourcen zur Wärmeerzeugung sind:

  • Wärmedämmung des Schwimmbeckens
  • Wärmeverlustreduzierung der Wasseroberfläche durch Einsatz einer Abdeckung
  • Isolierung des Beckenkörpers
  • Einsatz von Wärmetauschern
  • Einsatz von Klimatechnik zur Wärmeregulierung und -rückgewinnung in der Schwimmhalle
  • Einsatz alternativer Wärmequellen wie Solartechnik, Wärmepumpen oder Blockheizkraftwerke

Der zweite Kostenblock beim Betrieb eines Privatschwimmbades ist der elektrische Strom. Auch hier sind signifikante Einsparungen erzielbar:

  • Hydraulische Optimierung der Wasseraufbereitungskomponenten (zum Beispiel strömungsoptimierte Filter)
  • Möglichst geringe Anlagenwiderstände durch optimierte Installation
  • Einsatz von Frequenzumformern
  • Reduzierung des Volumenstroms
  • Optimierung, das heißt Verbesserung des Wirkungsgrades der Pumpen

Der dritte Bereich, bei dem Einsparungen zu erzielen sind, ist natürlich das Wasser. Durch entsprechende Filtertechnik lassen sich unnötige Filterverluste vermeiden. Dabei darf nicht vergessen werden, dass ein gewisser Prozentsatz an Wasser in der Badewasseraufbereitung stets erneuert wird. Die Spülung dient somit auch dem steten Wasseraustausch. Der Energie- und Verbrauchsmitteleinsatz lässt sich weiter optimieren durch einen Teillastbetrieb und/oder Abschalten und/oder Wasserstandsabsenkung in der Ruhephase des Pools.

Moderne Poolanlagen verfügen heute über ein leistungsfähiges Poolmanagementsystem mit grafischer Nutzeroberfläche für eine intuitive Bedienung der Anlage, welche die Attraktionen, Beleuchtung sowie die Wasseraufbereitung inklusive Mess-, Regel- und Dosiertechnik einschließt. Neben der Bedienung über einen Touchscreen im Wohnbereich ist die Vernetzung mit einem Smartphone, einem Tablet und/oder einem PC ebenso möglich wie der Anschluss an ein hauseigenes BUS-System.

Bei einer konventionellen Poolsteuerung kann die Anlage lediglich ein- und ausgeschaltet werden. Das heißt das System läuft konstant und unabhängig von der Nutzung. Mit modernen Poolmanagementsystemen, die über eine entsprechende Systemintelligenz verfügen, können außerhalb der Nutzungszeiten die Leistung der Wasseraufbereitung und der Beckenhydraulik, speziell bei Rinnenbecken mit einer Absenkung des Wasserspiegels unter die Überlaufrinne, angepasst werden. Erkannt wird der Ruhebetrieb über die Auswertung aller Betriebszustände der miteinander vernetzten Anlagenkomponenten. Eine längere Abwesenheit kann der Kunde durch Laden eines reduzierten Sollwertsatzes in einen Kalender eintragen.

Bei einer Schwimmhalle, die als Wohlfühlraum ausgestaltet sein sollte, spielen neben dem Schwimmbecken selbst noch weitere Komponenten eine wichtige Rolle. Die Temperaturverteilung sollte so sein, dass in unbekleidetem Zustand ein angenehmes Gefühl vorhanden ist und keine Zugerscheinungen und Kältegefühle auftreten. Eine gute, vollflächige Wärmedämmung mit Dampfsperre in Verbindung mit einer fachgerecht geplanten Lüftungs- und Klimatechnik können diese Anforderungen dauerhaft sicherstellen. Außerdem wird das Bauwerk vor Feuchteschäden geschützt. Neben den harten Faktoren tragen auch die entsprechende Raumgestaltung sowie die Licht- und Beschallungstechnik zum Wohlfühlen bei.

Einen wichtigen Beitrag zum kostensparenden Betrieb von Schwimmhallen leisten Entfeuchtungsgeräte mit energieeffizienter Wärmerückgewinnung. Die Entfeuchtungsgeräte für Privatschwimmhallen sind in verschiedenen Bauformen verfügbar. Die Auswahl reicht vom Truhengerät über das Hinterwandgerät bis zum hochwertigen Kanalgerät mit mehrfacher Wärmerückgewinnung für die private Komfortanlage. Entfeuchtungsgeräte in Truhenbauform sind für die Aufstellung in der Schwimmhalle bzw. als Hinterwandgerät im direkt angrenzenden Technikraum konzipiert. Die Vorteile sind neben den geringen Investitionen und dem überschaubaren baulichen Aufwand die einfache Installation und Handhabung. Zu den Nachteilen gehören das Betriebsgeräusch, ein mögliches Beschlagen der Fenster und bei warmem Wasser Temperaturprobleme in der Halle.

Wesentlich komfortabler und natürlich auch teurer sind Kanalgeräte, die je nach Größe modular aufgebaut sind. Das sichert eine leichte Einbringung und eine hohe Flexibilität zur Erfüllung von Kundenwünschen. Die Ventilatoren sind mit Strom sparenden Gleichstrommotoren ausgerüstet. In großen Anlagen werden frequenzgeregelte Motoren eingesetzt. Die Aufstellung der Kanalgeräte erfolgt in einem frostfreien Technikraum oder im Beckenumgang. Über ein Luftkanalsystem wird die Verbindung zwischen Schwimmhalle und Entfeuchtungsgerät hergestellt. Die entfeuchtete und erwärmte Luft wird mit Bodenausblasschienen oder über Deckenausblasschienen vor den Fenstern und Türen eingeblasen. Gegenüberliegend wird die Luft unterhalb der Decke abgesaugt und zum Entfeuchtungsgerät geführt. Sollte der Wärmerückgewinn in der kalten Jahreszeit nicht ausreichen, sichert ein Heizregister im Gerät die Wärmeversorgung der Schwimmhalle. Die auf den ersten Blick höheren Investitionskosten bei einem Kanalgerät relativieren sich durch die Einsparung zusätzlicher Heizkörper und Bodenkonvektoren bei gleichzeitigem Komfortgewinn. Die Aufstellung im Technikraum sorgt in Verbindung mit einem schallgedämpften Kanalsystem für einen beinahe lautlosen Betrieb.

Weitverbreitet sind heute auch digitale Regelungen. Neben der komfortablen Bedienung wird ein Großteil der erzielbaren Energieeinsparungen mit digitalen Regelungen erzielt. So kann beispielsweise mit einer Sparschaltung bei abgedeckter Wasserfläche der Energieaufwand für die Entfeuchtung um bis zu 20 % reduziert werden. Das selbstständige Unterscheiden von Nutzung und Ruhebetrieb ist durch eine digitale Regelung realisierbar. Mit einem integrierten Datenlogger können die Ist- und Sollwerte über Monate aufgezeichnet und so Schwachstellen im Energiemanagement der Schwimmhalle erkannt werden.